Beschwingt durch den Oberthurgau

Der slowUp Bodensee gehört seit elf Jahren im Oberthurgau fix in die Agenda: Auch dieses Mal fahren Tausende den 42 Kilometer langen Rundkurs im Dreieck Romanshorn–Amriswil–Arbon mit Velos, Skateboards oder Inlineskates ab. Lockere Stimmung prägt den Anlass.

Christa Kamm-Sager
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Ob Velo oder Skateboard: Die meisten Teilnehmer hatten Spass am slowUp. (Bild: Stefan Beusch)

Ob Velo oder Skateboard: Die meisten Teilnehmer hatten Spass am slowUp. (Bild: Stefan Beusch)

ROMANSHORN. Stressig war es an diesem slowUp-Sonntag einzig für jene, die in den zahlreichen Beizchen entlang der Strecke gefordert waren, Hunger und Durst ihrer Gäste zu stillen. Vielleicht auch noch für ein paar Eltern: Mit kleineren Kindern, die noch nicht so sicher sind auf ihrem Drahtesel, gleicht der slowUp einem Hindernislauf. «Lueg vorwärts! Nöd so schnell! Chum!», war von leicht genervt wirkenden Eltern zu hören. Und sie träumten vielleicht davon, es gelassen wie die vielen tausend anderen slowUp-Geniesser angehen zu können: Im eigenen Tempo gemütlich vorwärts fahren, ohne dass einen jemand am Hosenbein zupft.

Wer den Rundkurs in Romanshorn startete, dem Zentrum des slowUps, konnte dies mit mitreissenden Klängen der Swings Kids, der Monkey Jazz-Band oder des Duos Imoreez tun. Beschwingt und den Rucksack gut gefüllt mit diversen Werbeartikeln, ging es dann weiter nach Amriswil, einem zweiten grösseren Festplatz.

Und dann endlich: Ostwärts mit Rückenwind! Auf der für den motorisierten Verkehr gesperrten Hauptstrasse blies der Westwind die Völkerwanderung auf Rädern lustig vorwärts, und bis zum östlichsten Punkt in Tübach konnten sich für einmal alle wie auf einem «Flyer» fühlen. Nur geht's auf einem Rundkurs nicht nur in eine Richtung und wo Rückenwind ist, muss auch wieder mal Gegenwind sein.

Engpass in Arbon

In Arbon gab's dann einen von mehreren Engpässen auf der Strecke, die etwas Geduld forderten. Das Areal des Summer Days Festivals konnte zwar durch das Städtli umfahren werden, aber die meisten slowUp-Teilnehmer wagten sich mitten durch das Gewusel. Dabei konnte es ziemlich eng und chaotisch werden, zum Beispiel dann, als die Band Pegasus spielte und nochmals mit viel Publikum für Open-Air-Stimmung sorgte.

Samariter 71mal im Einsatz

OK-Präsident Christoph Tobler zeigte sich nach dem Mega-Anlass zufrieden. Das OK sei sich des Problems auf dem Platz Arbon bewusst. «Aber es ist schwierig zu lösen», räumte Tobler ein. Gerade wenn am Sonntag nochmals eine bekannte Band spiele und die Leute auch auf dem Weg und am See sitzen würden, sei ein Durchkommen mit dem Velo schwierig. «Der Weg führt als Alternativroute auch durch das Städtli, doch eigentlich will man die Leute auf dem Summer-Days-Areal.»

Das OK schätzt die Teilnehmerzahl auf 30 000 Personen, was etwas weniger ist als in anderen Jahren. Die Wetterprognose sei entgegen dem tatsächlichen Wetter schlecht gewesen. Das habe mit Sicherheit einige Auswärtige von einem Besuch abgehalten. «Es ist jedes Jahr schön zu sehen, wie gelassen, locker und tolerant die Leute an diesem Tag miteinander umgehen», freut sich Tobler.

Doch gab es auch Verletzte: An den Samariterposten sind 71 Bagatelleinsätze gezählt worden. Drei Personen wurden vom Notfallarzt behandelt. Vier wurden ins Spital eingeliefert, darunter ein Teilnehmer, der einen Herzinfarkt erlitten hat.

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