BERLINGEN: Gemeinden stellen sich mit Stegen und Sandsäcken auf steigenden Pegel ein

Führt der Bodensee viel Wasser, tritt er zuerst am Untersee über die Ufer. Er folgt dabei seiner eigenen Choreographie. Die Gemeinden wissen genau, bei welchem Wasserstand sie welches Register ziehen müssen.

Gudrun Enders
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Gerüstbauer und Werkhofmitarbeiter stellen in Berlingen auf der Stedi einen Steg auf. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Gerüstbauer und Werkhofmitarbeiter stellen in Berlingen auf der Stedi einen Steg auf. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

BERLINGEN. Auch wenn noch rund 30 Zentimeter zum offiziellen Hochwasser fehlen, stehen die ersten Stege schon an den Schiffsanlegestellen von Kreuzlingen, Ermatingen, Berlingen, Mammern und Stein am Rhein. Das weiss Remo Rey, Geschäftsführer der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh). Die Stege ermöglichen den Passagieren, trockenen Fusses an Land zu kommen.

Sandsäcke für eine Werft

In Gottlieben wurden sogar schon die ersten Sandsäcke an eine der beiden Werften in der Gemeinde herausgegeben. «Die liegt halt recht tief», sagt Gemeindeschreiberin Brigitte Samer. Dagegen ist die Seepromenade des romantischen Ortes noch nicht überschwemmt. «Nur wenn grosse Schiffe vorbeifahren, schwappt das Wasser auf die Promenade», sagt Samer.

Dieses Problem ist auch schon in Steckborn aufgetreten. Deshalb wird der Adolf-Deucher-Quai inzwischen mit Sandsäcken geschützt. «Damit der Quai und die Gartenwirtschaft bei Wellenschlag nicht überspült werden», sagt Stadtpräsident Roger Forrer. Der schwimmende Hafen in Steckborn bereitet dagegen keine Probleme, er passt sich dem Wasserstand an. Allerdings musste der Zugangssteg schon verlängert werden. Stadtpräsident Forrer wäre froh, wenn die Hausbesitzer, die direkt am See wohnen, nun wachsam den Pegel beobachten und rechtzeitig einen Handwerker bestellen, der die Tür zumauert, wenn das Wasser kommt.

Stege für die Stedis

Berlingen gehört zu den Gemeinden, bei denen sich ein hoher Wasserstand als erstes bemerkbar macht. Auf der Stedi stehen schon Parkplätze unter Wasser. Die Seestrasse ist nicht weit, an dieser Stelle wird die Hauptverkehrsader meist als erstes überschwemmt. Aber bislang ist nicht gesagt, ob es überhaupt so weit kommen wird. Die Stedi aber steht im vorderen Bereich unter Wasser. Der zuständige Gemeinderat Marius Brugger hat Anfang dieser Woche dort Stege aufstellen lassen.

Auch auf der Stedi von Ermatingen steht ein Steg. «Das ist nicht ungewöhnlich», sagt Gemeindepräsident Martin Stuber. Sollte allerdings der Pegel weiter steigen, werden seine Leute instruiert und Sandsäcke verteilt.