Berlingen feiert Schuljubiläum

Zwei Tage und eine Nacht feierte Berlingen das Jubiläum «100 Jahre Schulhaus» als Volksfest. Ansprachen und eine beispielhaft inszenierte Schulreise zeigten die unbestechliche Geisteshaltung dieser Dorfschule.

Margrith Pfister-Kübler
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Der Herr Pfarrer alias Tom Wirz schneidet das Band durch, die Reise durch 100 Jahre beginnt. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Der Herr Pfarrer alias Tom Wirz schneidet das Band durch, die Reise durch 100 Jahre beginnt. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

BERLINGEN. Dieses Jubiläum wird die Laufbahn der Dorfschule krönen. Mit einem gigantischen Engagement durch Lehrkräfte, Behörden, Eltern, Schulkinder und Dorfbewohner wurde das Jubiläum zu einem Volksfest.

Unbestrittene Höhepunkte wurden die «Schulreise durch 100 Jahre» mit dem pfiffigen Kinderchor, der sich mit dem Berlinger Schullied «Hundert Johr, das isch en Hit» in die Herzen der Gäste sang. Text und Melodie sind von Marlies Häberlin, charmant arrangiert von Andreas Häberlin. Über dem Chörlein in der Turnhalle sprach Tom Wirz in der Rolle als Herr Pfarrer und Schulpräsident zum Einweihungsfest im Jahr 1914. «Wer Berlingen überlebt, überlebt die Hölle», sagte er von der Kanzel herab. Widerspruch gab's von den Bauern, die ihr Land nicht hergeben wollten für den Schulhausbau. «Ihr sture Esel», schimpfte da der Herr Pfarrer.

Eine Reise durch 100 Jahre

Fortgesetzt wurde die Schulreise im Schulhaus. Auch hier hatte der Herr Pfarrer die Fäden in der Hand: «Lasst die Teufelsgeräte wie Natels draussen.» Grossartige Inszenierungen bot etwa das Schulzimmer namens Alfred Dietrich mit Ideli – dargestellt durch Schülerin Denise Lutz – übers Alltagsleben im Ersten Weltkrieg. Verse kamen aus dem Schultagebuch, in der Vogelkunde beobachten Vögel die Berlinger Bevölkerung und kommentieren deren Verhalten, eingebaut auch eine Magnetographen-Aufnahme aus dem Jahre 1913. Jede Inszenierung wurde belohnt mit viel Jubel.

Stolz auf eigenständige Schule

Zum Festakt spielte die Musikgesellschaft Berlingen unter Leitung von Dirigentin Marianne Thalmann. Schulinspektorin Susanne Schweri überbrachte die Glückwünsche der Regierung. «Wir sind stolz, dass Berlingen nach 100 Jahren immer noch eine eigenständige Schule hat», sagte Frau Gemeindeammann Annemarie Moret.

Die ABC-Festrede von Schulpräsidentin Lisa Kull beleuchtete Hürden und Freuden der Dorfschule: «In Sachen Schule leistete Berlingen Pionierarbeit.» Speziell begrüsste Kull die älteste Ehemalige, Marie Enz-Füllemann, Jahrgang 1918. Eine grosse Applaus-Welle gab's für Ernst Schärer, der 35 Jahre bis zur Pensionierung in Berlingen unterrichtete. Im Anschluss an den Festakt wurde kräftig angestossen. Auch die Fotoausstellung im Foyer der Unterseehalle, das Ehemaligentreffen und der ökumenische Festgottesdienst gestern Sonntag werden lange im Gedächtnis bleiben.

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