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BERG: Abseits des gefährlichen Pflasters

In Berg ist gestern der 30. Veloparcours des Kantons eröffnet worden. Die Polizei erteilt dort allen Drittklässlern Unterricht zum sicheren Velofahren im Strassenverkehr.
Larissa Flammer
Auch das Fahren im Kreis will geübt sein. (Bild: Donato Caspari)

Auch das Fahren im Kreis will geübt sein. (Bild: Donato Caspari)

BERG. Linksabbiegen gehört vor allem für Velofahrer zu den gefährlichsten Manövern im Strassenverkehr. «Jedes verletzte Unfallopfer ist eines zu viel. Sind Kinder betroffen, geht das allen besonders nah», sagt Jürg Zingg, Kommandant der Kantonspolizei Thurgau. Damit solche Unfälle nicht passieren, ist es der Polizei ein Anliegen, die Verkehrsteilnehmer bereits so früh wie möglich zu schulen. Neun Verkehrsinstruktoren erteilen im Thurgau pro Jahr 3000 Lektionen. 22 000 Schülerinnen und Schüler profitieren davon. In der dritten Klasse lernen die Kinder das sichere Velofahren im Strassenverkehr. «Das Üben auf den Strassen ist schwieriger und gefährlicher geworden, da der Verkehr hektischer wurde», sagt Zingg. Deshalb gibt es auf dem Pausenplatz verschiedener Schulen einen aufgemalten Veloparcours. Gestern wurde in Berg bereits der 30. Parcours des Kantons eingeweiht. Der erste wurde 2011 in Amriswil eröffnet. «Es ist eine Erfolgsgeschichte», freut sich der Kommandant.

Veloparcours ist auch für Familien gedacht

Auf dem Parcours müssen die Kinder einen Kreis abfahren, links abbiegen und an einem Stop-Balken halten. Ein Slalom und eine schmale Spurgasse fördern die Geschicklichkeit. «Die Kinder sollen auf dem Parcours vor allem Sicherheit erhalten», erklärt Ruedi Böckli, Chef des Instruktionsdiensts der Kapo. «Wenn man sich sicher fühlt, ist auch das Linksabbiegen möglich.» Bevor ein Instruktor mit der Klasse auf dem Parcours übt, wird die Theorie durchgenommen. «Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Linksabbiegen und dem korrekten Verhalten in verschiedenen Situationen.»

Während des Verkehrsunterrichts mit der Polizei stehen orange Leitkegel auf dem Parcours. Die Bodenmarkierungen sind aber dauerhaft. Somit stehen die Veloparcours den Kindern und ihren Eltern jederzeit zur Verfügung. Infotafeln auf dem Pausenplatz erklären die Übungen. So kann die Familie vor dem ersten grösseren Fahrradausflug die Fähigkeiten der Kinder erst einmal in einer verkehrsfreien Umgebung testen.

Geld kommt aus Kontrollschilder-Auktion

In den Dörfern, in denen es bisher keinen Veloparcours gibt, findet die Velo-Ausbildung auf Nebenstrassen statt. «In vereinfachter Form», sagt Böckli. In grösseren Ortschaften führt die Polizei Prüfungen im Velofahren durch – in der Theorie und in der Praxis. Wobei der praktische Teil auf nicht allzu verkehrsreichen Strassen stattfindet. Bezüglich des Könnens der Schülerinnen und Schüler gebe es deutliche Unterschiede. Macht ein Kind auffällig viele Fehler, lässt der Instruktor den Eltern eine Nachricht zukommen. «Mit der Aufforderung, das Velofahren mit dem Kind weiter zu üben», sagt Böckli. Zum zweiten Mal zur Prüfung antreten muss aber niemand. «Der Aufwand wäre zu gross.»

Die Idee für die Veloparcours auf Schulhausplätzen ist im Rahmen der Aktion «Verkehrssicherheit Thurgau» entstanden. Das Tiefbauamt und das Strassenverkehrsamt des Kantons, die Volksschulen und die Kantonspolizei arbeiten dafür zusammen. Die Regierung finanziert die Aktion mit den Erträgen aus den Kontrollschilder-Auktionen. «50 000 Franken stehen pro Jahr für die Veloparcours zur Verfügung», sagt Ernst Anderwert, der Chef des Strassenverkehrsamts. Für die gesamte Verkehrssicherheit sind es eine Viertelmillion Franken. Broschüren mit Tips zur Verkehrssicherheit und mit Hinweisen auf neue Kampagnen werden jeder Verkehrssteuer-Rechnung beigelegt.

Peter Kuhn, Schulleiter der Primarschule Berg, schätzt den Verkehrsunterricht sehr und freut sich über den neuen Veloparcours auf «seinem» Pausenplatz. «Wir sind ab und zu mit unseren Schülern mit dem Velo unterwegs und wollen, dass die Ausflüge unfallfrei verlaufen.»

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