Bereit zum Anpfiff

Frauenfeld. Die Euro 08 kann kommen. Die Kantonspolizei ist gerüstet. Polizeikommandant Hans Baltensperger sagt, dass sich keine besondere Gefährdungslage während der Euro 08 für den Thurgau abzeichne.

Stefan Borkert
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Alles im Griff: Justizdirektor Claudius Graf-Schelling, Kommandant Hans Baltensperger und Christoph Reifler, Chef der Sicherheitspolizei (v. l.). (Bild: Stefan Borkert)

Alles im Griff: Justizdirektor Claudius Graf-Schelling, Kommandant Hans Baltensperger und Christoph Reifler, Chef der Sicherheitspolizei (v. l.). (Bild: Stefan Borkert)

In Spezialkursen sind Thurgauer Polizistinnen und Polizisten auf die Fussball-Europameisterschaft Euro 08 vorbereitet worden. Knapp eine Woche vor dem Eröffnungsspiel ist die Kantonspolizei bereit für den Anpfiff. Das Sicherheitsdispositiv steht und wird umgesetzt. Dabei soll es zugunsten des Fussballs zu keinen Sicherheitslücken im Kantonsgebiet kommen. Die Polizeiposten seien nicht verwaist, sagt Kommandant Hans Baltensperger. Manche würden vielleicht weniger lang besetzt sein, aber das sei nichts Ungewöhnliches. Weiter würden im Fall eines Falles niederschwellige Delikte, wie einfache Sachbeschädigung, vielleicht nicht sofort, sondern erst ein wenig später aufgenommen und verfolgt. Das aber nur, wenn es die Personaldecke notwendig mache.

Ein Jahr lang vorbereitet

Dass die Kantonspolizei bereit für den Anpfiff der Spiele auf dem grünen Rasen ist, bestätigt auch Justizdirektor Claudius Graf-Schelling an der gestrigen Medienkonferenz. Die Spiele selbst seien kein Risiko, vielmehr handle es sich dabei um einige wenige Zuschauer, bei denen Emotionen und Alkohol eine Rolle spielten. Ein Jahr lang habe sich die Kantonspolizei auf das Grossereignis vorbereitet. Damit genügend Kräfte vorhanden sind, habe es für die drei Wochen während der Euro 08 eine Feriensperre gegeben. Trotz aller Planung kenne man natürlich die tatsächliche Lage nicht, aber das gehöre schliesslich zum Polizeialltag. Die Kantonspolizei werde ihren Beitrag in der gesamtschweizerischen Reserve leisten. Ausserdem werde die Stadtpolizei Zürich während der Spiele dort unterstützt, das zusammen mit weiteren Kolleginnen und Kollegen des Ostschweizer Polizeikonkordates. Trotz der nationalen Solidarität werde der Sicherheit im eigenen Kanton hohe Priorität eingeräumt, so der Justizdirektor.

Polizeichef Baltensperger kündigte an, an den Brennpunkten präsent zu sein. Im Zentrum steht dabei die UBS Arena in Kreuzlingen. Aber auch andere Public-Viewing-Angebote werden nicht aus den Augen gelassen, wenngleich diese wesentlich kleiner sind als die UBS Arena. In Kreuzlingen arbeite man eng mit den deutschen Nachbarn zusammen. Es werde auch gemeinsame Patrouillen geben, ähnlich dem Seenachtsfest, so Baltensperger.

Rote Karte für Gewalt

Gewalt will der Polizeikommandant keine dulden. Wenn Gewalt auftrete, werde unmissverständlich die rote Karte gezeigt, sagt er. Man werde die Grenzen klar setzen. Vor allem wolle man frühzeitig einschreiten, um Situationen gar nicht erst ausser Kontrolle geraten zu lassen. Keine Fragen mochte Hans Baltensperger beantworten bezüglich Stärke und Einsatzort von Sicherheitskräften. Er wirbt um Verständnis, dass das aus taktischen Gründen nicht möglich sei.

Christoph Reifler, Chef der Thurgauer Sicherheitspolizei, sagt, dass man auf die 3D-Strategie setze (siehe Kasten). Man freue sich auf den Anpfiff und die EM-Begeisterung auch bei der Polizei. Er und seine Leute sind für die Durchsetzung der Spielregeln der Polizei zuständig: Diese umfassen eine hohe polizeiliche Präsenz. Was sonst verboten ist im öffentlichen Raum, ist auch während der EM 08 gerade im Strassenverkehr verboten. Nachtruhe gilt ab Mitternacht und bei spätem Anpfiff ab einer Stunde nach Spielende.

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