Benvenuto an der Olma

Ein Oktober ohne Olma ist für viele Ostschweizer undenkbar. So ist es auch dieses Jahr. Am 8. Oktober hat das Warten ein Ende: Die Olma öffnet ihre Türen – und sagt Benvenuto, den Gastregionen Südtirol und Trentino.

Regula Weik
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St. Gallen. Christoph Engl, Direktor der Südtirol Marketing Gesellschaft, zog den Gästen der gestrigen Olma-Medienkonferenz den Speck durch den Mund – Südtiroler Speck, versteht sich.

In seiner Herstellung einzigartig – geräuchert und luftgetrocknet. «Ein Zusammentreffen mediterraner und nordischer Kultur», sagt Engl – und damit charakteristisch für den diesjährigen Olma-Gast.

Äpfel bleiben zu Hause

Südtiroler Speck, Brot und Wein, davon werden die Messebesucher genug zu degustieren bekommen. Nicht aber von den Südtiroler Äpfeln. Diese müssen zu Hause bleiben – «wohl, weil Sie in der Ostschweiz davon selber genug haben», schmunzelt Engl – und fährt dann fort: «Qualität steht bei uns zuoberst, Masse ist uns ein Greuel – wie der Schweiz.» Und er macht gleich noch eine Parallelität aus: «Wir sind – wie die Schweiz – trainiert im Umgang mit verschiedenen Sprachen, Deutsch, Italienisch und Ladinisch.»

Und so kommt er denn zum Schluss: «Das Südtirol könnte gut ein Teil der Schweiz sein.» Und wie steht es mit der Südtiroler Beziehung zum zweiten Olma-Gast, dem Trentino? «Es ist so, wie es mit Nachbarn eben ist: mal kommt man gut aus, mal weniger.»

Autonom und innovativ

Den Nachbarn, der mit am Tisch sitzt, verleitet dies zu einem Lächeln. Und zur Betonung seiner Autonomie.

Einer Autonomie, die in den Trentiner Tälern «nicht als Tendenz zur Abschottung, sondern als Tendenz zur Innovation gelebt werde», wie Giuseppe Bax vom Ressort für Fremdenverkehr, Handel, Promotion und Internationalisierung der Autonomen Provinz Trient betont.

Diesem Verständnis habe die Region zu verdanken, dass sie heute eine der reichsten Europas sei – «nachdem noch vor wenigen Jahren die Menschen auf der Suche nach einer besseren Zukunft ausgewandert sind, auch in die Schweiz».

Käse auf den Tisch

Auch Bax hält – Olma-gemäss – einige landwirtschaftliche Zahlen parat: 65 Prozent der italienischen Apfelproduktion stamme aus dem Trentino – «und 35 Prozent des gesamten italienischen Schaumweins».

Anstelle von Speck, wie sein Südtiroler Kollege, tischt Bax Käse auf – Parmigiano. 50 Prozent der Trentiner Milchproduktion werde dafür verwendet.

Urban und ländlich

Die beiden Ehrengäste – nach Ligurien 2002 erst die zweiten aus Italien – machten mit ihrer Präsentation deutlich: Sie leben, was die Olma sich auf die Fahne geschrieben hat – nämlich zu verbinden zwischen urban und ländlich, traditionell und modern, natürlich und innovativ, landwirtschaftlich und touristisch.

«Messen», sagt Olma-Direktor Hanspeter Egli überzeugt, «bieten noch ein reales Erlebnis, kein virtuelles. Sie ermöglichen das direkte Gespräch, den persönlichen Kontakt von Mensch zu Mensch.» Dies sei ein zentrales Element – und auch ein Erfolgsfaktor. Die Olma vermittle Wissen, wecke Emotionen – und biete eine konzentrierte Marktübersicht.

«Ohne Kommerz kommt auch die Olma nicht umhin», sagt Egli und schiebt rasch nach: «Die Olma ist eine der besten Verkaufsmessen der Schweiz.»

11 Messetage

Davon scheinen auch die 659 Aussteller der diesjährigen Olma überzeugt. Während der elf Messetage präsentieren sie in acht Hallen und im Freien auf total 27 383 Quadratmeter ihre Angebote und Produkte.

67. Olma, Schweizer Messe für Landwirtschaft und Ernährung: 8. bis 18. Oktober, täglich 9 bis 18 Uhr, Degustationshallen täglich 10 bis 19 Uhr. www.olma.ch

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