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Benannt ist sie nach einer Wurst

Conchita ist ein besonderer Graureiher. Sie mag die Nähe zu den Menschen und besucht Gisela Minder in Kreuzlingen fast täglich. In der Küche schaut sie ihr beim Rüsten zu, singt mit ihr und lässt sich auch mal streicheln.
Nicole D'orazio
Fühlt sich bei Minders wohl: Conchita steht ohne Scheu auf der Ablage in der Küche. (Bild: pd/Gisela Minder)

Fühlt sich bei Minders wohl: Conchita steht ohne Scheu auf der Ablage in der Küche. (Bild: pd/Gisela Minder)

KREUZLINGEN. Conchita mag Musik. Wenn Gisela Minder ein Lied abspielt oder singt, dann klappert der Graureiher mit dem Schnabel. Natürlich im Takt. Conchita ist ein besonders zutraulicher Vogel. Täglich ist sie bei Gisela Minder, die im obersten Stock der Heinrich Werft in Kreuzlingen wohnt, zu Besuch. «Momentan kommt sie seltener und eher abends», erzählt sie. «Über den Winter war sie manchmal den ganzen Tag bei mir.»

Meistens bekommt Conchita einen Happen zu essen. Sie sitzt aufs Fensterbrett und wartet darauf, dass ihr Gisela Minder das Fenster öffnet. Ohne Scheu springt sie auf die Küchenablage und schaut ihrer Freundin beim Kochen oder beim Putzen zu. Denn Conchita hat keine Angst, auch nicht vor dem Staubsauger. «Manchmal hüpft sie mir hinterher und folgt mir in die Zimmer. Auch stand sie schon auf unserem Ehebett», erzählt sie und lacht.

Einmal Fleisch stibitzt

Schlimme Dinge stellt der Vogel nicht an. Ihr Geschäft verrichtet hat Conchita nur einmal, aus Versehen, erzählt die Kreuzlingerin. Sonst sei sie sauber. «Meistens schaut sie mir beim Kochen zu, putzt sich oder macht auch mal ein Schläfchen.» Ab und zu stibitzt sie etwas zu essen. «Als ich mal Voressen geschnitten habe und ihr kurz den Rücken zukehrte, hat sie sich die Hälfte geschnappt.» Sonst würde sie aber brav darauf warten, dass sie etwas bekommt. «Sie mag vor allem Pasta sehr gerne. Und natürlich Fisch.»

Angefangen hat alles vor zwei Jahren. Damals wurde der Fischreiher als Jungtier in der Wildvogelstation des Tierschutzvereins Kreuzlingen und Umgebung abgegeben. Elsbeth Eberle hat Conchita liebevoll aufgepäppelt und später in Altnau ausgewildert. Das übliche Verfahren.

Kurz zurück in die Voliere

Doch Conchita gefällt die Nähe zu den Menschen. «Zwei Tage nach dem Auswildern hat eine Frau aus Altnau angerufen, weil ein Graureiher bei ihr auf dem Sitzplatz sei und an ihrer Wäsche rumreisse», erzählt Elsbeth Eberle. «Das war Conchita.» Da habe sie sie nochmals zurückgeholt, aber nach wenigen Tagen die Klappe der Voliere offen gelassen. Conchita flog raus, doch ist fast täglich in der Wildvogelstation zu Besuch und holt sich den obligaten Happen ab. «Bei den Fischern nebenan bekommt sie auch immer mal wieder was, doch dort macht ihr ein Storch die Beute streitig», erzählt Elsbeth Eberle. «Und auf einmal war sie bei Gisela, die gleich nebenan wohnt, auf dem Dach.»

Männlein oder Weiblein?

Den Namen Conchita hat ihr Elsbeth Eberle gegeben. «Wir wissen nicht, ob sie ein Männlein oder Weiblein ist. Deshalb habe ich sie so getauft» – nach dem Vorbild der österreichischen Travestiekünstlerin Conchita Wurst. Sie könne sie auch rufen, dann komme sie. Doch in letzter Zeit sind die Besuche des Vogels seltener geworden. «Wir wissen nicht, ob sie vielleicht ein Nest hat», sagt Eberle. Aber sie sei eben ein wilder Vogel und kein Schosstier.

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