Belohnte Lust auf Leistung

ERMATINGEN. «Die Thurgauer Jugend denkt die Zukunft» – unter diesem Motto hat Think Tank Thurgau auf dem Wolfsberg zum neunten Mal seine Preise vergeben. Der erste Preis ging an einen Dokumentarfilm über multiple Sklerose.

Margrith Pfister-Kübler
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Glücklich: Die Gewinner des Jugendwettbewerbs der Stiftung Think Tank Thurgau: Jann Kessler, Tabea Stöckel und Sabrina Schwitzer. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Glücklich: Die Gewinner des Jugendwettbewerbs der Stiftung Think Tank Thurgau: Jann Kessler, Tabea Stöckel und Sabrina Schwitzer. (Bild: Margrith Pfister-Kübler)

Next Generation: Was deren Denk- und Stilgefühle weckt, zeigte am Freitagabend die Preis-Verleihungsfeier des Think Tank Thurgau (TTT) im Ermatinger Wolfsberg. Zukunftsgerichtet, ein Forum des Dialoges und der Denkanstösse ist TTT, sagte Toni Schönenberger, Präsident der Stiftung Think Tank Thurgau. Er skizzierte am Beispiel Zentralasien, mit welch grossen Erwartungen die Megatrends der Arbeits(post)moderne, wo alles vernetzt ist, konfrontieren. «Schaut nach China, mindestens ein Semester sollte man in China studieren», ermutigte Schönenberger die Jungen.

Christoph Tobler, Beauftragter für den Jugendwettbewerb und Mitglied des Stiftungsrates TTT, stufte die Beurteilung der Arbeiten für die Jury als spannende und angesichts der meist hohen Qualität der Arbeiten als dankbare Aufgabe ein. Seiner Freude an der kritischen konstruktiven Jugend folgte auch ein dickes Lob für die betreuenden Lehrkräfte, Schlüsselpersonen für die Arbeiten: «Es ist jedes Jahr eine Freude zu sehen, was die sich alles einfallen lassen.»

Leitfaden für Schulreisen

Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung durften die drei Besten ihre Arbeiten präsentieren. «Mir gönd uf d'Schulreis», so Preisträgerin Sabrina Schwitzer, Amriswil (3. Rang: mit sehr gutem Erfolg, Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen, Lehrkraft: Annette Weber) und löste freudige Heiterkeit aus. Schwitzers Leitfaden für Schulreisen im Kanton Thurgau mit über 100 Seiten wird breite Ausstrahlung haben, davon zeigte sich auch Regierungsrätin Monika Knill überzeugt.

Tabea Stöckel aus Landschlacht (2. Rang: mit sehr gutem Erfolg, Kantonsschule Kreuzlingen, Lehrkraft Christa Blessing) gab ihrer Arbeit «Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Thurgau» durchaus auch eine politische Stimme. Mit einer Umfrage in Kreuzlingen, mit nationalen politischen Entscheiden und dem Vergleich Schweiz–Schweden belegte sie, dass es im Thurgau punkto ausserfamiliärer Kinderbetreuung noch viel zu tun gibt, um die Berufstätigen im Thurgau zu halten: «Es braucht ein Umdenken in der Gesellschaft, sonst sehe ich keine Zukunft für den Thurgau.»

Kinoreife Aufarbeitung

Die Nase ganz vorn «mit ausgezeichnetem Erfolg» hat Jann Kessler, Felben-Wellhausen (Kantonsschule Frauenfeld, Lehrkraft: Ursula Thie-Weiss) mit seinem Dokumentarfilm «Multiple Sklerose – Der Kampf um Freiheit gegen den eigenen Körper». Mit dem Film tauchen die Zuschauer ein in eine Welt, wo für MS-Kranke nachhaltig Verständnis geschaffen wird. Die steigende Anzahl betroffener MS-Kranker ruft im Thurgau nach Pflegeheimen. Damit der Film über die Region hinaus kinoreif aufgearbeitet werden kann, hat TTT zusätzlich 3000 Franken gesprochen.

Die Präsentationen wurden mit grossem Applaus und einer herzlichen Gratulation durch Regierungsrätin Monika Knill quittiert, die ein grosses Herz für die engagierten und Mut machenden Jugendlichen hat. Der Dank der Regierung ging auch an die Stiftung TTT. Nicht enden wollenden Applaus gab es für die musikalische Umrahmung durch Céline (Violine) und Aline Vonderwahl (Cello).

Weitere Rangierung «mit Erfolg»: 1. Ann-Kathrin Bauer, PMS Kreuzlingen: «Von Universitätsprofessoren, Familien, Arbeitern, Ingenieuren, Revolutionären, Handwerkern, Ärzten und Industriellen – Die Einwanderung der Deutschen in die Schweiz in den Zeitfenstern 1830 bis 1852 und 1990 bis heute.» 2. Davia Breitenmoser, Kantonsschule Frauenfeld: «Forensische Psychologie in der Anwendung.» 3. Fabienne Müllhaupt, PMS Kreuzlingen: «Ausgewogene Ernährung für Kinder in Bezug auf Mittagstische im Kanton Thurgau.» 4. Laura Willi, PMS Kreuzlingen: «Vom ersten Ton bis zum letzten Akkord – Eine Reise durch die Blasmusikszene im Thurgau.»