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BEIZENFASNACHT: Strapse und Nostalgie im Zwischenhoch

Eine Woche lang die Nacht zum Tag gemacht. Eine Woche lang Beizenfasnacht im Hinterthurgau. Die Begeisterung dafür hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Immer weniger Wirte dekorieren ihre Restaurants für die Dauer der fünften Jahreszeit. Heuer scheint es aber, als bewegte sich diese Abwärtsspirale wieder aufwärts.
Christoph Heer
Im «Sonnenhof» in Oberwangen bei Wirt Cello (rechts) sind die Hexen los.

Im «Sonnenhof» in Oberwangen bei Wirt Cello (rechts) sind die Hexen los.

Eine Woche lang die Nacht zum Tag gemacht. Eine Woche lang Beizenfasnacht im Hinterthurgau. Die Begeisterung dafür hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Immer weniger Wirte dekorieren ihre Restaurants für die Dauer der fünften Jahreszeit. Heuer scheint es aber, als bewegte sich diese Abwärtsspirale wieder aufwärts. So kann man sich zwischen Aadorf und Bichelsee immerhin in zehn Beizen vergnügen. Und das Stimmungsbarometer schlägt schon höher aus als auch schon.

An welchem Abend soll man in welche Beiz gehen? Für den ersten Gang fällt einem die Entscheidung leicht. Am Sonntagabend nach dem Aadorfer Fasnachtsumzug ab zu Lupo ins «Bahnhöfli» in Guntershausen. Und siehe da, Fasnächtler im Restaurant, Fasnächtler in der Bar, Fasnächtler auf dem Parkplatz, überall Masken und Guggen, so muss das sein. Da verzeiht man dem angetrunkenen Gast auch, dass er einen mit bösen Blicken eindeckt, als er gefragt wird, ob er etwas Platz machen könne, damit auch anderen Gästen der Zutritt zur Bar gewährleistet ist. Drinnen macht es Spass, Teil einer Kundschaft zu sein, die Fasnacht feiert. Und als Passivraucher kommt man auch nicht zu kurz.

Neuer Tag, neues Glück. Cellos «Sonnenhof» in Oberwangen wartet. Darauf ist man jedes Jahr gespannt, denn seine Dekorationen gehören immer zum Besten in der Region. Sein Motto «Hexenwein und Trucker» ist so nämlich noch nie präsentiert worden. Live-Musik, schon draussen hörbar, das passt. Schnell rein ins Vergnügen und sich von den Augenweiden Brigitte, Melinda und Zsanette verwöhnen lassen, natürlich nur gastronomisch. Die Deko? Herrlich!

Aber eines verblüfft. Nämlich die sich drehenden Hexen in diesem fiktiven Weinkeller. Je nach Blickwinkel in diese optische Täuschung verändert sich der Winkel des Weinkellers. Müssig herauszufinden, wie das möglich ist. Und Cello selbst sagt, dass da wohl etwas nicht mit rechten Dingen zu und her geht. Aber am besten schaut man doch selbst mal vorbei.

Pluspunkte fürs «Remy» in Sirnach und die «Linde» in Münchwilen. In beiden Lokalen haben die Betreiber ihre Dekoration selber gemacht. Bravo. Während man in der «Linde» ausserordentlich freundlich (!) empfangen wird, sticht das «Remy» – Motto «Super Mario» – mit einer kostenlosen Zvieriplatte heraus. Wo gibt’s denn heutzutage noch so was, dass der Gast sich mit gratis Fleisch und Brot verköstigen kann. Grandios. Und zu später Stunde wird’s laut. Die Wiler «Tüüfelshusare» pauken und trompeten, was das Zeug hält. Ansonsten werden die Guggen nicht mehr so häufig gesehen in den Beizen. Das ist des einen Freud, des anderen Leid, je nach Geschmack halt.

Weniger Guggen, aber auch enorm weniger viel Sexappeal – im Gegensatz zu früher. Klar, sieht man da und dort schöne Dekolletés und vielleicht mal ein knackiges Füdli. Aber die Zeiten haben sich nun mal geändert. Und wer es wissen will, der soll sich in der «Linde» gefälligst ein Paar «Frauenbeine im Rock» gönnen. Die Überraschung ist garantiert.

Langsam macht sich der Beizenfasnachtskoller breit, aber ein Spunten geht noch. Aber wohin? Die Qual der Wahl. In die «Old Ranch» in Oberwangen, den «Sternen» in Münchwilen, die Sirnacher Corner-Bar oder doch ins «Bahnhöfli» in Eschlikon? Gerüchten zufolge soll es im Eschliker «Höfli» heisse Girls haben. Also ab nach Eschlikon. Und siehe da: richtige Entscheidung. Agi, Sabrina, Sarah und Sara geben alles. Hübsch sind sie alle vier, und der omnipräsente Batman an der Decke fühlt sich ebenso wohl wie die anderen Gäste.

Eine strenge Woche, aber es hat sich gelohnt. Im Hinterthurgau lebt die Beizenfasnacht noch.

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

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