Beim zweiten Anlauf unumstritten

Die evangelische Kirche Münchwilen soll dieses Jahr saniert werden. Die Stimmbürger genehmigten am Mittwoch einen Kredit über 1,9 Millionen Franken. Weihnachten möchte die Kirchenvorsteherschaft in der umgebauten Kirche feiern.

Simon Dudle
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Will den Kirchturm sanieren: Der Münchwiler Architekt Ueli Bohnenblust bei der Projektpräsentation. (Bild: Simon Dudle)

Will den Kirchturm sanieren: Der Münchwiler Architekt Ueli Bohnenblust bei der Projektpräsentation. (Bild: Simon Dudle)

MÜNCHWILEN. Bereits vor zwei Jahren wollte die damalige Kirchenvorsteherschaft die im Jahr 1937 eingeweihte Kirche im Dorfzentrum von Münchwilen sanieren. Damals gingen die Wogen aber hoch. Man stritt sich über einen Vorhang bei der Orgel. Hauchdünn wurde der Kreditantrag verworfen. Da im vergangenen Jahr die Behörde nach Misstrauensbekundungen geschlossen zurücktrat, verzögerte sich das Vorhaben.

Nun aber hat die Baukommission die Arbeit aufgenommen und traf sich gestern abend zur ersten Sitzung. Dies wurde möglich, weil die Stimmbürger 24 Stunden zuvor ohne grosse Opposition einem Sanierungskredit über 1,9 Millionen Franken zugestimmt hatten. Dieser Betrag war in drei Tranchen unterteilt, und die Stimmbürger hatten dreimal das Wort.

Horrorszenario verhindern

Der grösste Brocken, ein Betrag von fast 1,5 Millionen Franken, wurde ohne Gegenstimme gutheissen. Für diese Summe soll unter anderem die Aussenhülle saniert werden. Dies ist nötig, weil die Fassade Risse und der Blitz schon mehrfach im Turm eingeschlagen hat. Auch dieser muss nachhaltig instand gesetzt werden, um ein mögliches Horrorszenario zu verhindern. «Man darf sich gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn eine Glocke rausfallen würde», sagte Ueli Bohnenblust, der als Architekt für die Sanierung verantwortlich zeichnet. Dies sei zwar nicht realistisch, «der Rost hat aber schon viel zerfressen».

Die Apparaturen haben ausgedient. Der Glockenantrieb, die Aufhängung und der Wetterhahn werden renoviert, das Zifferblatt wird restauriert. Auch die Technik erfährt Anpassungen. Zudem wird die kostspielige Warmluft-Heizung durch eine Gasheizung ersetzt. Bei der Innenrenovation werden die vordersten zwei Bankreihen entfernt, um den Chorraum zu vergrössern, eine Grossleinwand wird installiert, und es finden, wie auch ausserhalb der Kirche, Malerarbeiten statt.

Politische Gemeinde beteiligt sich

Für weitere 80 000 Franken wird das Pfarrhaus saniert, allerdings nur moderat und aussen. Auch dagegen wehrte sich bei der Abstimmung niemand. Etwas umstrittener war die Errichtung eines neuen Abdankungsgebäudes (Katafalk) samt Aufbahrungsraum. Von den 129 Stimmberechtigten sprachen sich 17 dagegen aus, und 11 enthielten sich der Stimme. Der Raum, der 335 000 Franken kosten soll, wird von aussen ähnlich aussehen wie das nahe gelegene Kirchenzentrum. Die Politische Gemeinde Münchwilen wird sich mit 100 000 Franken beteiligen, da das Bestattungswesen zu ihren Aufgaben gehört.

Baubeginn im Sommer

Nachdem die ganze Sanierungsthematik während Jahren brach gelegen war, könnte es nun schnell gehen. Erich Stör, in der Kirchenbehörde damit beauftragt, sagte, es werde nun sofort mit der Ausschreibung begonnen und womöglich schon ab Sommer gebaut. «Wir wollen Weihnachten 2013 in der renovierten Kirche feiern», ergänzte Stör und sorgte damit für ein erfreutes Raunen in den Reihen der Kirchbürger.