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Bei Muggels werden sie vorsichtig

FRAUENFELD. Mit Satellitengerät und allerlei anderem Equipment ziehen 3000 Geocacher auf Schatzsuche in die Allmend. Dabei pflegen sie nicht nur ein eigentümliches Hobby, sondern auch ihre eigene Sprache.
Christine Luley
Trotz Unterstützung durch modernste Technik gestaltet sich die Suche nicht immer einfach. (Bild: Olivia Hug)

Trotz Unterstützung durch modernste Technik gestaltet sich die Suche nicht immer einfach. (Bild: Olivia Hug)

Mitten auf der Thurbrücke stehen zwei Frauen und schauen auf ihr Smartphone. «Hier beim Pfeiler müsste es sein», sagt die eine. Sie beugen sich über das Geländer und schauen aufmerksam hinunter.

Die beiden gehören zu den 3000 Geocachern, die am «Mega Switzerland meeting friends» teilnehmen. Die Besucher kommen aus der ganzen Schweiz und den umliegenden Ländern. «Es sind sogar Cacher aus den USA und Australien dabei», verrät Tobias Keller.

Auf dem Gelände herrscht eine unkomplizierte Atmosphäre. Die Teilnehmer sind auf Schatzsuche, informieren sich an Workshops, messen sich im Steinstossen, üben sich in Seiltechnik und Bobanschieben. Die Attraktionen für gross und klein sind bei den vielen Familien und Kindern beliebt. Vor zwei Jahren tauchte in einer kleinen Gruppe in Frauenfeld die Vision eines Mega-Events auf.

Gesagt, getan. Als Trägerschaft wurde der Zweckverein Frauenfelder Geocacher gegründet. Der Erfolg lässt sich sehen. «Dabei ist die Veranstaltung als Nonprofit kalkuliert», sagt OK-Präsident Thomas Wattinger. Möglich machen das 300 Helfer, Sponsoren und Gönner. Das mit der ausgeglichenen Rechnung schreibe Groundspeak vor. Die Firma stellt die Website zur Verfügung und liefert die Richtlinien für Geocache.

Abenteuer Dosensuchen

Zurück zum Thurufer. Die beiden Frauen sind erfolglos weitergezogen. Ein Mann steigt die Böschung hinunter, sucht aufmerksam auf beiden Seiten der Brücke. «Jackeroo99» lautet der Nickname des Schatzsuchers aus Solothurn. Der Informatiker ist zu einem kleinen Pläuschchen bereit. «Obwohl», lächelt er, «mit Muggels muss man vorsichtig sein.»

Man merkt, Geocacher haben eine spezielle Sprache. Muggels ist die Bezeichnung für Aussenstehende, die Geocaching nicht kennen, und stammt aus den Harry-Potter-Büchern.

«Ein bisschen Vorsicht braucht es schon», wendet Jackeroo99 ein, der Cacher solle das Versteck unbeobachtet aufsuchen. Aussenstehende hätten auch schon den Cache beschädigt oder mitgenommen. Als Cache wird eine Dose mit Logbuch, Stift und eventuell Tauschgegenstand bezeichnet.

Schwierige Route

Und die will erst mal gefunden sein. Was anscheinend bei der Route mit dem Namen Brückenkopf schwierig ist. Denn Jackeroo99 findet das Versteck auch nicht. «Also ciao», sagt er, und macht sich wieder auf die Fährte.

Sich an der frischen Luft zu bewegen, macht Hunger und Durst. Auf der Allmend vor Paedis Grill warten die Leute geduldig. Unter ihnen auch ein Ehepaar aus Weissenfels in Sachsen-Anhalt, Ellen und Binges. Auf ihren Reisen schauen sie, wo es Multicaches gibt, «weil da die schönsten Plätze liegen und wir Informationen über die Stadt erhalten».

Ihr Sohn wohnt in Wetzikon, das sind gleich zwei Gründe, die sie nach Frauenfeld geführt haben.

Das Open-Air-Konzert mit den «Dosenfischern» begeistert am Samstagabend das Publikum. Die vier Musiker, selbst auch Cacher, nehmen ihr Hobby, wie ihr Name sagt, auch mal auf die Schippe.

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