Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bei ihm hagelt es Schläge

Der aus Matzingen stammende Fabian Ziegler studiert an der Zürcher Hochschule der Künste und organisiert mit «Marimba Recital» seine eigene internationale Konzertreihe. Die Stücke für seine Auftritte lernt er auswendig.
Laura Willi
Fabian Ziegler an seinem Marimbaphon im Übungsraum zu Hause in Matzingen. In der Hand hält er eine kleine Auswahl an Schlägern. (Bild: Reto Martin)

Fabian Ziegler an seinem Marimbaphon im Übungsraum zu Hause in Matzingen. In der Hand hält er eine kleine Auswahl an Schlägern. (Bild: Reto Martin)

MATZINGEN. Er wollte immer nur Schlagzeug spielen, der 21jährige Fabian Ziegler aus Matzingen. Von Kindsbeinen an zog ihn dieses vielseitige Instrument in seinen Bann. Die Faszination Musik wurde ihm von seinem Vater weitergegeben, der verschiedene Musikvereine dirigierte. Mit neun Jahren bekam er seinen ersten Schlagzeugunterricht – anfangs noch in der Gruppe, später dann Einzelunterricht. Obwohl für ihn schon im Alter von 15 Jahren klar war, dass er auf die Karte Musik setzen will, absolvierte er erst eine kaufmännische Ausbildung. Dies nicht zuletzt der Eltern wegen, um eine Ausbildung im Sack und somit ein wenig Sicherheit zu haben. Anschliessend arbeitete er als Detailhandelsfachmann bei einem Musikgeschäft in Winterthur, bevor er im September 2014 das Musikstudium an der Zürcher Hochschule der Künste aufnahm.

Auf die «Platten» gekommen

In seiner noch jungen Karriere kann er schon einige Erfolge vorweisen. Im vergangenen Jahr gewann er beispielsweise einen der mit 14 400 Franken dotierten Studienpreise des Migros-Kulturprozents. An der International Marimba Competition in Linz im vergangenen Oktober schaffte er es unter die besten 20.

Beim Ostschweizerischen Solisten- und Ensemble-Wettbewerb kam er zum Marimbaphon. «Dort bin ich auf die <Platten> gekommen, als ich vor zehn Jahren einem Marimba-Stück lauschte», sagt er. Auf die Platten deshalb, weil das Marimba eine Art Xylophon mit Holzplatten ist. Dieses Instrument habe ihn sofort fasziniert – heute spielt er an Auftritten häufig auf dem Marimbaphon.

Mit Konkurrenz zum Duo

Meist werde er für Konzerte angefragt. Er hat aber auch selbst eine Konzertreihe organisiert, das «Marimba Recital» in Matzingen. Für dieses hat er schon international bekannte Musiker aus Polen, Spanien oder Bulgarien eingeladen, um gemeinsam ein Konzert zu bestreiten.

Auch ist er als Duo Vima mit seinem Kollegen Jonathan Salve aus Luzern unterwegs. Dieser spielt Vibraphon und studiert Jazz-Vibraphon an der Hochschule in Luzern. «Wir haben gegeneinander am Wettbewerb <Prix Musique> gespielt und nachdem ich ihn spielen hörte, habe ich ihn angeschrieben», sagt Ziegler. Ohne sich gross gekannt zu haben, probten sie im Sommer 2014 drei Tage und gaben anschliessend fünf Konzerte. Mitglied ist er nur noch im Schweizer Jugendsinfonieorchester. Dieses gebe ihm die Möglichkeit, in den grossen Konzertsälen der Schweiz, wie der Tonhalle Zürich, zu spielen. Aber auch die Literatur, die gespielt wird, spreche ihn sehr an.

Alles auswendig

Vor einem Konzert brauche er vor allem eins: viel Ruhe. Aber auch genügend Zeit, um das Material aufzustellen und sich einzuspielen, sei wichtig. «Ein Ritual habe ich nicht, aber ich esse jeweils Bananen und Rüebli vor einem Konzert», sagt er. Die Stücke trägt er auswendig vor, um sich mehr auf Interpretation oder Performance zu konzentrieren. Er könne so freier spielen. «Bei komplizierten Stücken funktioniert es nicht, wenn man auf die Noten schauen muss», sagt er. Man könne auch nicht zig Notenständer vor dem Instrument aufstellen. Am liebsten spielt er solo – entweder alleine oder mit Orchesterbegleitung.

Pro Tag versucht er, sieben bis neun Stunden zu üben. «Ich bin eher der Morgenmensch und übe darum möglichst am Morgen», sagt er. Er versucht dabei, eine Balance zwischen den verschiedenen Instrumenten zu finden. Zweimal pro Woche habe er aber den ganzen Morgen Theorie, dann müsse er die Zeit anders einteilen.

Obwohl das Pflaster für Musiker in der Schweiz hart ist, denkt er, dass er von der Musik leben könne. Solange man immer aktiv bleibe, klappe das. «Nichts kommt von alleine und Möglichkeiten sind da.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.