Begegnungszone mitten im Grünen

Morgen wird der Murg-Auen-Park nach gut drei Jahren Bauzeit offiziell eingeweiht. Die Frauenfelder Bevölkerung hat den wiederhergestellten Altlauf der Murg gut angenommen. Selbst Skeptikern gefällt das von Menschenhand geschaffene Stück Natur mitten in der Stadt.

Stefan Hilzinger
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Amtsleiter Fabrizio Hugentobler wirft einen Blick auf den Sturzbach am Ausfluss des Mühlewiesenkanals. (Bild: Stefan Hilzinger)

Amtsleiter Fabrizio Hugentobler wirft einen Blick auf den Sturzbach am Ausfluss des Mühlewiesenkanals. (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Hier sändele, planschen, und Steine werfen, da «grillen, chillen und Bierli killen»: Die Frauenfelder Bevölkerung hat den Murg-Auen-Park schon längst eingeweiht. Morgen tut es nun auch das offizielle Frauenfeld. Um 11 Uhr ist die feierliche Eröffnung mit Ansprachen, danach gibt es im Park Kulinarisches, Unterhaltung und allerhand Attraktionen von Frauenfelder Vereinen.

Sturzbach in den Rossgunten

«Die Arbeiten am Park sind nun abgeschlossen», sagt Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport bei der Stadt Frauenfeld. Heute Freitag findet die Bauabnahme statt. Darin würden allfällige Mängel festgehalten, welche von den beteiligten Unternehmern noch ausgebessert werden müssten. «Ich gehe aber davon aus, dass wir kaum etwas bemängeln müssen.» Als letztes Bauwerk ist nun auch der Sturzbach am Ende des Mühlewiesenkanals fertig. Derzeit fliesst das Wasser noch beim unteren Ausfluss in den Rossgunten. Ab Samstag wird es sich dann aus der erhöhten Holzrinne nach unten stürzen. «Es wird dann auch etwas lauter», sagt Hugentobler. Das an diesem Ort angeregte Wasserrad ist vorderhand zwar kein Thema. Doch sollte die Idee später wieder aufgegriffen werden, habe man vorgesorgt, verrät Hugentobler. Die Stadt hat schon mal ein Gehäuse erstellen lassen, die einer Turbine Platz böte.

Algen blühen im Kanal

Wegen der Arbeiten am Sturzbach floss die vergangenen Wochen kein frisches Wasser durch den Mühlewiesenkanal. Entsprechend haben sich bei der derzeitigen Hitze die Algen vermehrt und einen unschönen Teppich gebildet. «Nun fliesst das Wasser wieder. Den Algenteppich haben wir abpumpen lassen», erklärt Hugentobler.

Sauber soll es laut ihm auch bei den Finanzen aussehen. «Die Kosten liegen im Rahmen des bewilligten Kredites», sagt Hugentobler. 3,6 Millionen Franken hatte das Frauenfelder Stimmvolk am 13. November 2011 für den Park bewilligt.

«Ist schön geworden»

Wenn auch nicht alles aus dem Gestaltungsplan habe umgesetzt werden können, zeigt sich Park-Architekt Thomas Hasler sehr zufrieden mit dem Resultat. Der Park diene der Natur und bringe Frauenfelderinnen und Frauenfelder an einem zentralen Ort zusammen (siehe Interview). Freude am Park hat mittlerweile auch einer der grössten Kritiker des Projektes: «Ich habe mich eines Besseren belehren lassen», sagt Gemeinderat Fredi Marty («Menschen für Frauenfeld»). Der Park sei schön geworden. Marty hofft nun, dass sich der Park als Begegnungsort gut entwickelt und keine Probleme mit Abfall oder problematischem Publikum entstehen. Weiterhin nicht einverstanden ist er allerdings mit dem Pavillon. «Ich finde den Bau überrissen. Mit etwas Kleinerem hätte man hier sparen können.» Er werde die Bauabrechnung für den Murg-Auen-Park genau anschauen. Fredi Marty wird das Einweihungsfest jedenfalls besuchen. «Auch auf die Gefahr hin, dass ich da und dort <angezündet> werde», sagt er.

Fest von 11 bis 11

«Das Fest soll von 11 bis 11 Uhr dauern», sagt Fabrizio Hugentobler. Trotz der nicht rosigen Wetteraussichten hoffen er und das Fest-OK auf einen gelungenen Anlass. Ab 16.30 Uhr spielt die Harvey-Wallbanger-Band mit Gastmusikern – nebst anderen auch mit Pepe Lienhard.