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Bedrohlich offene Tür

Südsicht

«Jedem das Seine» ist nazimässig vorbelastet. Im Kanton des Frühfranzösischen – und in einem paramilitärischen Umfeld – nutzen wir deshalb lieber das poetischere «chacun à son goût». In Münchwilen hat eine neue Airsoft-Anlage eröffnet. Dort schiessen martialisch gekleidete Menschen mit ziemlich echt aussehenden Waffen aufeinander. Kein alltägliches Hobby, zugegeben. Aber manche sammeln Kafirahmdeckeli, andere lassen sich von einer strengen Herrin den Popo versohlen. War mag da schon über Waffenfreaks in Tarnanzügen urteilen?

So ganz wohl scheint es den Münchwiler Anlagebetreibern mit ihrem Zeitvertreib dann aber doch nicht zu sein. Zwar eröffneten sie ihre Einrichtung am Samstag mit einem im Internet beworbenen Tag der offenen Tür. Also mit einem Anlass, an dem alle willkommen sind. Eigentlich. Ganz und gar nicht willkommen waren in Münchwilen einzig Journalisten. Zur Begrüssung gab es eine Drohung mit Anwälten.

Medien würden sowieso nur negativ über das Geballere berichten, wurde dem Korrespondenten der Zeitung beschieden, die notabene im Sommer Medienpartner des kantonalen Schützenfestes sein wird. Was soll man dazu noch sagen? Wer mit anwaltlicher Klage droht, trägt nicht gerade viel zur Vertrauensbildung für ein halt doch ziemlich kurliges Hobby bei. Und den Sinn eines Tages der offenen Tür hat er definitiv auch nicht begriffen. Aber eben: Jedem das Seine.

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