BDP will auf Anhieb zwei Sitze

Die Bürgerlich-Demokratische Partei des Bezirks Münchwilen tritt nach der Gründung im Dezember 2009 zum erstenmal zu den Grossratswahlen an. Sie wirbt für ihre elf Kandidaten als einzige Partei nicht im Wahlcouvert der Interpartei.

Mario Testa
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Kolumban Helfenberger Tuttwil

Kolumban Helfenberger Tuttwil

MÜNCHWILEN. Die BDP will auf der Erfolgswelle der Mutterpartei bei den Nationalratswahlen nun auch im Bezirk mitsurfen. «Unser Ziel ist ganz klar, ein bis zwei Sitze im Grossen Rat zu gewinnen», sagt Daniel Steiner. Seit der Parteiversammlung vom 18. Januar ist der Projektleiter einer Urdorfer Elektrofirma Präsident der Bezirkspartei.

«Kolumban Helfenberg aus Wängi ist sicher unser aussichtsreichster Kandidat. Er ist in Wängi verwurzelt und bekannt. Dort wird er sicher viele Stimmen auf sich vereinen können», sagt Steiner. An zweiter Stelle auf der Liste findet sich Simon Dahinden. «Simon Dahinden ist ein junger, dynamischer Mann mit klaren Zielen», umschreibt ihn Steiner. «Als Bankkaufmann sind die Finanzen sicher eines seiner Kerngebiete.»

Nur eine einzige Frau

Auf der Liste Nummer sechs findet man mit Natalie Hofer nur einen Frauennamen. «Das ist ein Manko unserer Bezirkspartei», muss der Parteipräsident eingestehen. «Wir haben nur sehr wenige Frauen als Mitglieder und konnten bis auf Natalie Hofer keine für die Liste gewinnen. Im Vorstand prüfen wir zurzeit, wie wir künftig mehr Frauen für unsere Politik gewinnen können, Natalie Hofer wird uns dabei unterstützen.» Hofer ist AVOR in einer Elektronikfirma und kommt aus Wilen.

Mit der geographischen Verteilung der Kandidaten auf der Liste der BDP ist Präsident Steiner zufrieden. «Wir haben Kandidaten aus fast allen Gebieten des Hinterthurgaus. Schade ist einzig, dass wir aus der grössten Gemeinde des Bezirks, Aadorf, mit Patrick Reiser nur einen Kandidaten stellen. Das wird uns möglicherweise einige Stimmen kosten.»

Keine Anfrage der Interpartei

Im Bezirk organisieren sich alle bisherigen Parteien beim Versand der Wahlwerbung. Einzig die BDP ist nicht im Couvert der Interpartei vertreten. «Wir wurden von der Interpartei gar nicht gefragt, ob wir unser Werbematerial auch im überparteilichen Couvert verschicken möchten. Ich vermute, die BDP ist einfach noch zu jung und daher noch nicht in diese Politstrukturen eingebunden im Hinterthurgau», sagt Steiner und fügt an: «Ich kann aber auch nicht sagen, ob wir beim Versand der Interpartei mitgemacht hätten, das ist auch immer eine Geldfrage.»

Die BDP wirbt dann auch nicht mit einem Brief für alle Haushalte, sondern vor allem mit Flyern und Plakaten. «Wir sind noch eine relativ kleine Partei und müssen auf die Kosten schauen», sagt dazu Steiner.

Landwirtschaft und Landschaft

Seinen persönlichen politischen Fokus setzt Daniel Steiner unter anderem auf die Landwirtschaft. «Ich habe, seit ich von Winterthur nach Dussnang gezogen bin, viel Kontakt zu den Bauern in der Region. Und da spürt man schon, dass die hier im etwas abgelegenen und hügeligen Gebiet kämpfen müssen. Vor allem die Jungen wollen nicht hier bleiben, und viele Ältere wollen ihren Hof aufgeben», sagt Steiner.

Man müsse den Bauern daher unter die Arme greifen, sei dies mit finanziellen Hilfen, aber auch durch Abbau der Bürokratie. «Bauern sind Büezer und keine Bürolisten. Dass ihnen immer mehr Bürokram aufgehalst wird, ist einfach falsch – ihre Arbeit ist so schon sehr streng, und durch diese Zusatzbelastung werden viele vergrault.»

Die Bauern seien sehr wichtig für den Hinterthurgau. Sie sorgen dafür, dass die schöne Landschaft auch weiter erhalten bleibt. «Ich bin damals vor allem wegen des ländlichen Idylls von Winterthur nach Dussnang gezogen. Es ist wunderschön hier, Kinder können in ihrer Freizeit in der Natur draussen spielen, und auch als Erwachsener gibt einem diese schöne Gegend Ruhe und Kraft», schwärmt Steiner für das Tannzapfenland.

Diese hohe Lebensqualität speziell für Familien gelte es zu erhalten, auch in bezug auf die Bauvorhaben im Bezirk. «Wachstum braucht es, aber es muss in geordneten Bahnen verlaufen. Grosse Betonblöcke passen einfach nicht hierhin. Für den Erhalt des ländlichen Erscheinungsbildes im Hinterthurgau werde ich mich mit der BDP einsetzen.»

Kein Generalstab

Weshalb er zur BDP gekommen sei, sei schnell erzählt, sagt Steiner. «Ich war ursprünglich einmal bei der SVP. Aber die ist schon fast generalstabsmässig organisiert – das sieht man auch bei den anderen grossen Parteien – ,und das passte mir einfach nicht.» In der BDP sei dies nicht der Fall, versichert Steiner. «Bei uns darf jeder seine Ideen einbringen, und dann wird darüber debattiert und ein Entschluss gefasst. Zudem ist die Partei noch so jung, dass man auch etwas zu ihrer Entwicklung beisteuern kann, bei den alteingesessenen Parteien ist das kaum noch möglich.»

Simon Dahinden Wängi

Simon Dahinden Wängi

Stephan Huber Tuttwil

Stephan Huber Tuttwil

Natalie Hofer Wilen

Natalie Hofer Wilen

Beat Graf Tägerschen

Beat Graf Tägerschen

Ulrich Senn Busswil

Ulrich Senn Busswil

Urs Ingold Bettwiesen

Urs Ingold Bettwiesen

Sascha Wagner Sirnach

Sascha Wagner Sirnach

Patrick Reiser Guntershausen

Patrick Reiser Guntershausen

Daniel Steiner Dussnang

Daniel Steiner Dussnang

Christoph Wirz Lommis

Christoph Wirz Lommis

Bild: MARIO TESTA

Bild: MARIO TESTA