Baustop in Triboltingen

Das Dorf Triboltingen ist dem Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz unterstellt. Mit der neuen Planungszone sollen nun bessere Lösungen für Bebauungen gefunden werden.

Kurt Peter
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Das Dorf Triboltingen ist von nationaler Bedeutung und gehört zum Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz. (Bild: Kurt Peter)

Das Dorf Triboltingen ist von nationaler Bedeutung und gehört zum Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz. (Bild: Kurt Peter)

ERMATINGEN. Im Ermatinger Rathaus liegt die Planungszone Dorf Triboltingen auf. Sie umfasst die gesamte Dorfkernzone sowie angrenzenden Bereiche sowie ein Bereich im Gebiet Mühle.

Zustand nicht mehr haltbar

Für Gemeindeammann Martin Stuber ist der aktuelle Zustand nicht mehr haltbar. «Wir waren ratlos, was mit den Baugesuchen geschehen soll und wie Projekte umgesetzt werden könnten.» Bauwillige Landbesitzer mussten in Triboltingen langjährige Verfahren in Kauf nehmen, bis eine rechtskräftige Baubewilligung vorlag. Öfter habe auch der Kanton die zahlreichen Ausnahmebewilligungen innerhalb der Regelbauweise kritisiert oder gar gestoppt. Wenn die Planungszone in Kraft tritt, heisst das, dass in den betroffenen Bereichen vorerst nicht gebaut werden darf. Ausgenommen sind Kleinbauten, Sanierungen oder Renovationen. Für den Ermatinger Gemeinderat gilt es, dem Inventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz unterstellten Dorfkern eine Entwicklung zu ermöglichen. Dies unter der Bedingung, dass in Anpassung und Vertiefung der geltenden Regelbauweise bessere bauliche Lösungen gefunden werden können. Die geltenden Bestimmungen der Regelbauweise stellen zum Teil ungenügende Anforderungen an Bauvorhaben. So entspreche die pauschale Gebäudehöhenbeschränkung in der Dorfkernzone den Anforderungen nicht, so Martin Stuber. Zudem soll die Umgebung der Kapelle unter besonders vertieften Umgebungsschutz gestellt werden.

Letztes Wort hat das Volk

Probleme sieht der Gemeindeammann auch in der Erschliessung einiger Parzellen. Diese könnten beispielsweise durch Grenzbereinigungen gelöst werden. Ziel ist es, mit der Testplanung ortsbildverträgliche Bebauungsmöglichkeiten zu entwickeln. Zeitlich wird die Planungszone auf drei Jahre festgelegt. Ein Projektteam ist bereits an der Arbeit. Denn über die Planungszone wird die Gemeindeversammlung im November entscheiden. Der Gemeinderat wird zur Umsetzung einen Kredit vorlegen, «so wie es aussieht in Höhe von 140 000 Franken». Geben die Stimmberechtigten grünes Licht, können Planer und Planungsgruppe mit der Entwicklung der Zone beginnen.

Impulse setzen

Neben der Gemeinde sind das Büro ERR in Herisau und Grundeigentümer in der Gruppe vertreten, auch der Kanton hat Interesse an der Mitarbeit angemeldet. Als erfreulich bezeichnet Ueli Hofer, Chef des kantonalen Raumplanungsamtes, den von der Gemeinde eingeschlagenen Weg. Die Planungszone bedeute eine grosse Chance, Impulse zu setzen. Die Dorfentwicklung von Triboltingen sei ein interessanter Fall, an dem der Kanton an vorderster Front mitarbeiten wolle. Deshalb sei das Interesse da, in der Planungsgruppe Einsitz zu nehmen. Als «Lehrplatz» auch für die Entwicklung anderer Gemeinden bezeichnet Hofer die Planungszone Dorf.