Baustellen: BTS-Gegner wittern Kalkül

Der Kanton betreibe mit den Strassenbaustellen eine böse Abstimmungskampagne für die BTS und die OLS, argwöhnt SP-Kantonsrat Peter Gubser. Es gebe gar nicht mehr Baustellen als sonst, kontert das Tiefbauamt.

Christof Widmer
Drucken
Teilen

FRAUENFELD. Gleich drei grössere Baustellen auf Achsen, wo die Bodensee-Thurtal-Strasse und die Oberlandstrasse dereinst für flüssigen Verkehr sorgen sollen – das könne kein Zufall sein, glaubt der Arboner SP-Kantonsrat Peter Gubser, einer der Wortführer der Gegner der neuen Strassen. «Muss mit solchen Baustellen die Bevölkerung mürbe gemacht werden?» fragt er in einem offenen Brief an Baudirektor Jakob Stark.

Stein des Anstosses ist zum einen die Verkehrsführung in Weinfelden, wo wegen Bauarbeiten die eine Fahrtrichtung der «kleinen Umfahrung» gesperrt ist und die Autos dafür über die Bahnhofstrasse geleitet werden. Kommende Woche wird zudem die Hauptdurchgangsstrasse durch Amriswil wegen Bauarbeiten für vier Monate einseitig gesperrt. Auch hier ist eine Umleitung vorgesehen. Und letzte Woche war in Kreuzlingen die Hafenstrasse beim Hafenbahnhof für drei Tage ganz gesperrt. Der Verkehr sei mitten durch die Stadt geführt worden, klagt Gubser.

Tiefbauamt: «Keine Absicht»

Stau, Lärm und Gestank in den Wohnquartieren seien die Folge dieser Baustellen, sagt Gubser. Ob der Kanton die Stimmbürger so für den Bau der neuen Strassen gewinnen wolle, fragt er. Das Tiefbauamt weist indes jede Absicht von sich: Es bestehe keinerlei Zusammenhang zwischen der bevorstehenden Abstimmung über BTS und OLS und den derzeitigen Strassenbauarbeiten, schreibt es in einer Stellungnahme.

«Man kann nicht einmal von einer Häufung von Baustellen sprechen», sagt Kantonsingenieur Andy Heller auf Anfrage. Gerade auf der stark beanspruchten Thurtalachse gebe es regelmässig Baustellen für Sanierungen. So will das Tiefbauamt dort nächstes Jahr die westliche Ortseinfahrt in Bürglen, den Abschnitt von der Autobahn bis Bonau und die Strecke von Erlen bis Biessenhofen sanieren. Auch die Kreuzlinger Seetalstrasse werde in mehreren Etappen saniert. Die vierte und letzte beginnt nächstes Jahr.

Der Strassenunterhalt folgt laut Tiefbauamt einem langfristigen Plan. Zwei der von Gubser kritisierten Baustellen seien zudem durch Einsprachen verzögert worden: Weinfelden und Amriswil. Die dort in Angriff genommenen Kreisel wären ohne diese Verzögerungen schon fertig.

Die kritisierte Sperrung von Spuren und die Umleitungen sorgen lauft Tiefbauamt dafür, dass die Bauarbeiten rascher fertig sind. Umleitungen erhöhten auch die Sicherheit der Bauarbeiter.

«Dann läuft etwas schief»

Damit gibt sich Gubser nicht zufrieden: Wenn das Tiefbauamt die Sanierung der Kantonsstrassen schon langfristig plane, dann müsste es ja auch die Einsprachen mitberücksichtigen. «Wenn es gleichzeitig in Kreuzlingen, Amriswil und Weinfelden solche Baustellen gibt, dann läuft etwas schief», sagt Gubser.

Aktuelle Nachrichten