Bauprojekt erhitzt Gemüter

Seit die Visiere stehen, stossen sich die Thundorfer an einem geplanten Mehrfamilienhaus mitten im Dorf. An der Bechtelisgemeinde formierte sich die Opposition und gab in Form eines Antrags den Tarif durch.

Werner Ulrich
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Die Visiere zeigen an, wie hoch der Neubau auf dieser Parzelle im Thundorfer Dorfzentrum gebaut werden soll. (Bild: Reto Martin)

Die Visiere zeigen an, wie hoch der Neubau auf dieser Parzelle im Thundorfer Dorfzentrum gebaut werden soll. (Bild: Reto Martin)

THUNDORF. Die Stimmbürger wollen ein Bauprojekt im Dorfkern bodigen. Der Antrag eines Votanten, «die erteilte Baubewilligung sei zu widerrufen», wurde mit 34 Ja- und 12 Nein-Stimmen an der Bechtelisgemeinde in Thundorf angenommen. Nun soll der Gemeinderat diese Botschaft im Verfahren beim Kanton einbringen. Dort ist noch ein Rekurs hängig, der das Projekt betrifft.

Visiere öffneten die Augen

Zuvor war mit zwei Voten der Gemeinderat aufgefordert worden, zu dem Bewilligungsverfahren des Neubauprojektes im Dorfkern Stellung zu nehmen. Erst mit der nachträglichen Visierung der Firstenden sei das störende Ausmass der vorgesehenen Baute augenfällig geworden. Ein Baukörper mit einer Grundfläche von 15 auf 30 Meter und einer Firsthöhe von 15 Metern widerspreche den geltenden Gestaltungsgrundsätzen. Der Gemeinderat rechtfertigte die Baubewilligung, weil das Projekt die geltenden Vorschriften einhalte. Zudem laufe ein Rekursverfahren beim Baudepartement, so dass zurzeit kein Handlungsbedarf bestehe.

Optimistischer Steuerertrag

Gemeindepräsident Alois Hersche streifte in seiner Einleitung die Schwerpunkte im vergangenen politischen Jahr in Thundorf: zwei neue Gesichter im Gemeinderat, den Konkurs des ehemals grössten Industriebetriebes, die Abklärungen für einen Windpark, Baugesuche für Natelantennen, Landverkäufe im neuen Quartier Ildbach, die Revitalisierung des Mühliweihers, öffentlichen Raum in Lustdorfs Schulhaus und zu guter Letzt den «ewigen Radweg» nach Halingen.

Der Gemeinderat legte das Budget mit einem Plus von 30 000 Franken vor. Dies bei einem Steuerfuss von 57 Prozent und einem Ertrag von knapp vier Millionen Franken. Nebst dem Courant normal bewegt auf der Aufwandseite die Stellenvermehrung im Steueramt mit 75 000 Franken und auf der Ertragsseite der erhöhte Steuereingang von 225 000 Franken die Waagschale. Der Personalaufwand liegt danach bei rund 16 Prozent gegenüber dem Mittel im Kanton von 21 Prozent. Die Investitionsrechnung geht von Ausgaben von einer Million aus, wobei die Totalsanierung der Sonnenbergstrasse, inklusive Werkleitungen, mit 380 000 Franken zu Buche schlägt. Die Gemeinde übernimmt die Flurstrasse zur landwirtschaftlichen Siedlung in der Holzwiese als Gemeindestrasse.

Thundorf beteiligte sich am Projekt «Effiziente Gemeinden als Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung» in der Regio Frauenfeld und übernahm davon die einheitlichen Rahmenbedingungen für eine zeitgemässe Bautätigkeit. Bauvorstand Markus Rüegg hob die innere Verdichtung, die haushälterische Bodennutzung und die Qualitätsverbesserung als Ziele hervor. Ohne sich detailliert über den Inhalt informieren zu können und diskussionslos, winkte die Bürgerschaft den Antrag durch.