Bauplan für Dampfer liegt vor

Der Verein Pro Dampfer hat Pläne für einen Schaufelraddampfer ausarbeiten lassen. Der Dampfer könnte als Linienschiff auf Untersee und Rhein verkehren.

Gudrun Enders
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Vizepräsident Hansjörg Lang zeigt den Bauplan des Dampfers. (Bild: Gudrun Enders)

Vizepräsident Hansjörg Lang zeigt den Bauplan des Dampfers. (Bild: Gudrun Enders)

Seit wenigen Tagen liegt der Generalplan vor. Das teilt Eduard Joos als Präsident des Vereins Pro Dampfer mit. Es handelt sich um den Bauplan eines modernen Schaufelraddampfers. Schiffsbauingenieur Bernhard Utz hat die Dampfschiffpläne der Hochschule Rapperswil überarbeitet. Nun hat Dampfmaschineningenieur Roger Waller die Grundlage, um den Antrieb zu konzipieren.

Die Dampfmaschine entwickeln

Joos weilt zurzeit ausser Landes, so dass sein Stellvertreter Hansjörg Lang, Gemeindepräsident von Mammern, Auskunft gibt. Die Planungskosten trage vollumfänglich der Verein Pro Dampfer. «Der detaillierte Plan samt Kostenvoranschlag kostet 80 000 Franken», sagt Lang. Zudem zahle der Verein 60 000 Franken, damit die Dampfmaschine entwickelt werde. Der Verein habe inzwischen 200 000 Franken auf der hohen Kante.

So viel steht schon fest: Da mit Holzpellets geheizt wird, muss der Dampf in einem Kessel erzeugt werden. Ausserdem braucht der Dampfer richtig Kraft, um den Fahrplan auch stromaufwärts einzuhalten. Der neue Dampfer hat in etwa die Dimensionen des alten Dampfschiffs Schaffhausen und eine Tragkraft von 400 Personen. «Im Gegensatz zur alten <Schaffhausen> besitzt das neue Schiff einen Salon mit 124 Gastroplätzen», schreibt Joos. Steuerhaus und Kamin werden hydraulisch abgesenkt, so dass der Dampfer alle Brücken unterfahren kann.

Dampftechnik bestaunen

Der Radkasten wird laut Lang mit einem dicken Glas abgedeckt, so dass die Fahrgäste das Schaufelrad beobachten können. Wie bei der alten «Schaffhausen» gebe es ein Guckloch in den Maschinenraum. Zudem soll der Dampfer länger bei niedrigem Pegel verkehren als die Motorschiffe. Das liege weniger am Tiefgang – der beim neuen Dampfer voll beladen 1,25 Meter beträgt –, sondern am Antrieb. «Ein Schaufelrad verursacht keinen Sog wie eine Motorschraube», sagt Lang. Deshalb brauche der Dampfer nur die berühmte Handbreit Wasser unterm Kiel – die Motorschiffe dagegen benötigten 60 bis 100 Zentimeter. Der Verein muss noch zwei grosse Knacknüsse bewältigen: 12 Millionen für den Dampfer sammeln und die dreijährige Ausbildung der zukünftigen Crew sicherstellen.