Baumeister spricht mit einer Fichte

FRAUENFELD. Pro Holz Thurgau präsentiert derzeit im Glaspalast in Frauenfeld eine Wanderausstellung. Diese zeigt die Gewinnerprojekte des Anerkennungspreises «Prix Lignum 2015».

Barbara Hettich
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Rolf Auer von Pro Holz Thurgau führt durch die Ausstellung. (Bild: Barbara Hettich)

Rolf Auer von Pro Holz Thurgau führt durch die Ausstellung. (Bild: Barbara Hettich)

Holz ist ein beständiger Baustoff. Dies zeigt sich bei historischen Bauten wie auch bei topmodernen Projekten. Für die besten Arbeiten aus Holz wird in der Schweiz alle drei Jahre ein Preis vergeben, der Prix Lignum. 2015 wurden dafür insgesamt 437 Projekte eingereicht, 14 aus dem Thurgau. Zwei Thurgauer Projekte wurden mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet: das Kompetenzzentrum Arenenberg in Salenstein und die zum Wohnhaus umgebaute Scheune von Familie Frey in Dingenhart. Der mittlerweile abgebaute Scheiterturm bei der Kartause Ittingen, aufgestapelt vom Künstler Tadashi Kawamata, erhielt den Laubholzpreis.

Teurer, aber nachhaltiger

«Holz gewinnt als Baustoff an Bedeutung, ein Wettbewerb ist gut für Innovationen», sagte Paul Koch, Präsident von Pro Holz Thurgau, bei der Eröffnung der Ausstellung, in welcher die besten Arbeiten zu sehen sind. Einheimisches Holz sei zwar etwas teurer, dafür aber nachhaltiger, wie Regierungsrätin Carmen Haag bestätigte. Sie wies jedoch darauf hin, dass die Mehrkosten mittlerweile doch sehr marginal seien. Sie hoffe, dass auch 2018 wieder einmalige Projekte aus dem Thurgau für den Prix Lignum eingereicht werden.

«Wir hätten die besten Voraussetzungen», sagte Kantonsbaumeister Erol Doguoglu: viel Wald und versierte Unternehmer. Bauen mit Holz sei eine Wissenschaft für sich, beim Bauen sei immer ausschlaggebend, wie man mit Material umgehe, wie man das Maximum heraushole. Der Architekt Louis Kahn habe einst einen Backstein gefragt, was er werden möchte. Ein Torbogen, gab der Backstein zur Antwort. Im Tägerwiler Wald habe er kürzlich eine Fichte gefragt, was sie denn werden möchte, erzählte Doguoglu. Sie antwortete: Nicht gerade eine Spanplatte, möglichst ein Teil eines Prix-Lignum-Hauses.

Ausstellung bis am 8. Dezember

Rolf Auer, Geschäftsführer von Pro Holz Thurgau, führte die Vernissagebesucher durch die Ausstellung, erklärte die ungewöhnlichen Projekte wie beispielsweise das mit der Silbermedaille ausgezeichnete Wohnbauprojekt «Giesserei» in Winterthur. Ein kompletter Holzbau mit 155 Wohnungen im höchsten Minergiestandard. Der Bau besteht aus zwei sechsgeschossigen, 130 Meter langen Riegeln mit flachen Verbindungsbauten. Am Bau war auch eine Thurgauer Firma beteiligt: Das Brandschutzingengieering kam von der Firma Josef Kolb AG, Romanshorn.

Bis zum 8. Dezember sind die Projekte der Prix-Lignum-Gewinner im kantonalen Verwaltungsgebäude in Frauenfeld ausgestellt, zu sehen sind zudem alle eingereichten Arbeiten aus dem Thurgau.