Baumeister für Mantelvertrag

Der Thurgauer Baumeisterverband sorgt sich über die Haltung der Gewerkschaften. Der Präsident warnt vor Aktionen auf den Baustellen.

Werner Lenzin
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Mathias Tschanen und Romeo Maasl, Baumeister, Stefan Bürgi, TKB. (Bild: Werner Lenzin)

Mathias Tschanen und Romeo Maasl, Baumeister, Stefan Bürgi, TKB. (Bild: Werner Lenzin)

SULGEN. Die Gewerkschaft Unia unterhält eine Fachstelle Risikoanalyse, eine kommerzielle Beratungsfirma, die Kontrollen und Analysen von Firmen an Generalunternehmer und öffentliche Bauherren abgibt. Für den Präsidenten des Thurgauer Baumeisterverbands Mathias Tschanen steht dies in einem argen Missverhältnis zu den gemäss Landesmantelvertrag bestehenden paritätischen Kommissionen, die für den Vollzug zuständig sind. Der Baumeisterverband habe trotzdem eine Verlängerung des Landesmantelvertrages angeboten, sagte Tschanen den 70 Thurgauer Baumeistern an ihrer Versammlung in der Lehrhalle Sulgen. Die Gewerkschaften Unia und Syna haben die Verlängerung aber abgelehnt.

686 Thurgauer Unterschriften

Mit gesamtschweizerisch 26 000 Unterschriften setzen sich ein Drittel der Arbeiter auf Schweizer Baustellen für eine Verlängerung des bestehenden Landesmantelvertrages ein. 686 Unterschriften stammen aus dem Kanton Thurgau.

Laut Tschanen verstossen Änderungskündigungen gegen den Beschluss der Delegiertenversammlung des Schweizerischen Baumeisterverbandes. Dieser empfiehlt: Bei Neueinstellungen und für die allgemeinen Arbeitsbedingungen gilt es ab 1. Januar 2016, den Landesmantelvertrag 2015 einzuhalten. Obwohl bis zum 31. Dezember dieses Jahres auf den Baustellen Friedenspflicht gilt, sind die Gewerkschaften laut Tschanen aggressiv auf den Baustellen unterwegs.

Medienwirksame Aktionen

Diese Woche seien Autocars unterwegs mit dem Ziel, motivierte und gekaufte Mitarbeiter nach Zürich zu bringen, um medienwirksame Aktionen zu starten. «Reichen Sie bei Eskalationen und unfairem Verhalten auf Baustellen Strafanzeige mit Strafantrag ein», forderte der Thurgauer Präsident seine Kollegen auf.