Baulicher Akzent an der Zürcherstrasse

Die «Bierquelle» und das Brocki an der Ecke Zürcherstrasse/Gerlikonerstrasse sollen einer altersgerechten Wohnüberbauung weichen. Investor ist die Firma Ed. Vetter aus Lommis. Sie stellte gestern das Siegerprojekt vor. Baubeginn soll 2016 sein.

Stefan Hilzinger
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Christoph Brugger vom Ingenieurbüro BHA, das den Projektwettbewerb durchführte, mit Christof Helbling und Urs Vetter. (Bild: Stefan Hilzinger)

Christoph Brugger vom Ingenieurbüro BHA, das den Projektwettbewerb durchführte, mit Christof Helbling und Urs Vetter. (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Die Häuser haben nicht einmal eine Dusche. «Dazu müssen die Mieter wie früher durch den Garten in die Waschküche.» Urs Vetter spricht von den Häusern an der Gerlikonerstrasse 7 und 9. Doch die Tage der betagten Wohnhäuser sind gezählt, denn die Ed. Vetter AG aus Lommis möchte hier in den nächsten Jahren eine grössere Wohnüberbauung realisieren. Nebst den erwähnten Häusern müssen für das Bauvorhaben auch der Pavillon des Restaurants Bierquelle, das Hotel Libelle und die Halle mit dem Brockenhaus verschwinden.

Städtebaulich überzeugend

Bis die Bagger auffahren, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen. «Ich hoffe auf einen Baubeginn im Jahr 2016», sagte Urs Vetter, Mitglied der Geschäftsleitung des Lommiser Bauunternehmens, gestern bei der Präsentation des Siegerprojektes. Zum Zuge kommen soll dann der Vorschlag des Architekturbüros Stutz Bolt Partner aus Winterthur. Die Jury hatte vier Projekte bewertet, darunter auch eines des Frauenfelder Architekten Bruno Stähli. «Alle vier Büros haben städtebaulich gute Vorschläge eingereicht», sagte Christof Helbling. Der Leiter des Frauenfelder Hochbauamtes war als Experte mit beratender Stimme Mitglied der Jury.

Die Visualisierung des Projektes «Ärgete» zeigt entlang der Zürcherstrasse einen längeren fünfstöckigen Bau, entlang der Gerlikonerstrasse gibt es drei weitere, über Vordächer locker verbundene Bauten, wobei der mittlere von der Strasse zurückversetzt ist. «Es soll kein geschlossener Block werden, damit die dahinterliegenden Häuser an der Jungholzstrasse nicht zu stark bedrängt werden», sagte Helbling zur Architektur.

Fünfzig Wohnungen

In den vier Bauten sollen rund 50 Wohnungen entstehen, davon mehr als 80 Prozent als 21/2- oder 31/2-Zimmer-Wohnungen. «Die Siedlung ist für altersgerechtes Wohnen konzipiert», sagt Vetter. Allerdings gebe es keine Alterswohnungen. «Ich wünsche mir eine altersmässig durchmischte Bewohnerschaft», sagt Vetter. Doch die Nähe zum Alterszentrum Park würde es älteren Bewohnern ermöglichen, etwa dort zu essen oder an gesellschaftlichen Anlässen teilzunehmen. Gestern abend informierte die Bauherrschaft auch die Nachbarschaft über ihre Absichten.

Noch die eine oder andere Hürde

Urs Vetter schätzt das Investitionsvolumen auf 35 Millionen Franken. Doch der Betrag sei mit Vorsicht zu geniessen. Das Projekt muss in den nächsten Monaten und Jahren noch einige Hürden meistern. Zuerst wird auf Grundlage des Siegerprojekts ein Gestaltungsplan ausgearbeitet. Dieser muss öffentlich aufgelegt und letztlich vom Thurgauer Regierungsrat abgesegnet sein. Erst dann erfolgt das Verfahren für eine Baubewilligung. «Wir müssen schon noch die eine oder andere Sache klären», sagt Vetter. Wichtig sei ihm, dass die jetzigen Mieter genug früh erfahren, wann sie aus den Räumlichkeiten ausziehen müssen. «Sie sollten es anderthalb Jahre vorher wissen.»

Die Projekte sind diesen Donnerstag und Freitag, jeweils von 13.30 bis 18 Uhr, sowie am Samstag von 10 bis 16 Uhr im oberen Stock an der Gerlikonerstrasse 3 ausgestellt.

So sehen die Planer des Büros Stutz Bolt Partner Architekten dereinst die Ecke Frauenfelderstrasse/Gerlikonerstrasse. (Bild: pd)

So sehen die Planer des Büros Stutz Bolt Partner Architekten dereinst die Ecke Frauenfelderstrasse/Gerlikonerstrasse. (Bild: pd)