Bauern sehen Naturpark kritisch

Landwirte befürchten neue Auflagen, wenn ein Naturpark Seerücken realisiert wird. Zur Bürgerinformation am Samstag wollen sie in grosser Zahl erscheinen.

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Steckborn. Gross war der Andrang zur Informationsveranstaltung Projekt «Regionaler Naturpark Seerücken», die von den Agroberatungsvereinen Seerücken West, Seerücken, Frauenfeld West, Seebachtal, Wäldi-Rapperswilen organisiert wurde. Jakob Hug, Präsident der Kommission Regionale Entwicklung des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL), stellte fest, dass mit der Machbarkeitsstudie abgeklärt werden soll, ob ein Regionaler Naturpark ein geeignetes Instrument sei, um die Entwicklung des Seerückens zu fördern.

Wie Andreas Bally, BiCon AG, Kreuzlingen, Leiter der Machbarkeitsstudie, feststellte, sind Naturpärke in ganz Europa Erfolgsmodelle. Bally betonte die Freiwilligkeit: «Jeder, der will, kann mitmachen, keiner muss.» Nach Ballys Ausführungen sollen keine neuen gesetzlichen Bestimmungen erfolgen. Mit dem Naturpark sollen regionale Absatzketten erschlossen werden. Dadurch entstehe Potenzial zur Regional- und Direktvermarktung.

Peter Brügger, Kantonsrat und Bauernsekretär Solothurn, stellte fest, dass sich die meisten Bauern gegenüber dem Naturpark Thal SO, der seit rund zehn Monaten im Betrieb ist, sehr skeptisch verhalten. Markus Harder, Chef Landwirtschaftsamt, bekräftigte, dass Träger eines regionalen Naturparks die Landwirtschaft sei. Ohne die Bauern habe ein solches Projekt keine Chancen. In der Diskussion wurde klar, dass die Bauern grosse Befürchtungen vor neuen Auflagen haben.

Es wurde auch geäussert, dass sich die Stadt Frauenfeld auf Kosten der ländlichen Gemeinden weiterentwickeln wolle. Landwirtschaftspräsident Markus Hausammann empfahl den Bauern, an den geplanten Workshops zahlreich teilzunehmen. (tos)