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Baudenkmäler im Dichtestress

Die innere Verdichtung kann historische Bauten gefährden. Die Denkmalpflege zeigt Alternativen auf.
Hugo Berger

Man sieht das im Thurgau noch oft: ein Bauernhaus mit einer grossen ungenutzten Scheune, eine Remise oder eine ehemalige Werkstätte, die leersteht. Da die Nachfrage nach Wohnraum gross ist und das Bauland knapp wird, ertönt der Ruf nach besserer Ausnutzung immer lauter. Sind dadurch die Baudenkmäler gefährdet? Das Amt für Denkmalpflege des Kantons Thurgau hat hierzu unter dem Titel «Baudenkmäler im Dichtestress» ein Buch herausgegeben. Am Donnerstag lud es in die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen zur Vernissage.

Der Input zu dieser Publikation sei von einem Luftbild von Frauenfeld gekommen; es zeige, dass selbst in der Hauptstadt noch «Verdichtung nach innen» möglich sei, sagte Bettina Hedinger vom Amt für Denkmalpflege.

«Wir müssen unsere Reserven besser nutzen», führte Regierungsrätin Carmen Haag aus. Die Verdichtung sei notwendig, um die Zersiedelung zu stoppen und das Kulturland zu schonen. Das Ausbauen bestehender Gebäude sei anspruchsvoller als das Bauen auf grüner Wiese, gelte es doch, die Besonderheiten des Umfeldes einzubeziehen.

Dass dies oft eine Gratwanderung ist, machte Ernst Zülle, Stadtrat von Kreuzlingen, an drei Beispielen deutlich. «Beeindruckend finde ich die im Buch aufgezeigten Möglichkeiten, bei einem historischen Gebäude eine höhere Ausnützung zu erlangen», sagte Zülle. Auch in Kreuzlingen gebe es einige Bauten, wo dies möglich sei. Ein gutes Beispiel sei das Pfarrhaus an der Bleichestrasse.

Die Beschreibungen und das Bildmaterial des Buches zeigten auf, dass Denkmalpflege eine spannende Gratwanderung sei, sagte Zülle. Eigentümer und Investoren zeigten für die Vorhaben der kantonalen Denkmalpflege nicht immer Verständnis. Oft fühlten sie sich in der Gestaltung ihrer Liegenschaft eingeengt oder befürchteten Einbussen. Die Denkmalpflege und die Verwaltung müssten hingegen im öffentliche Interesse das gesamte Ortsbild betrachten.

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