BASADINGEN-SCHLATTINGEN: Planer kritisiert Einsprecher

Der Kreuzlinger Karl-Heinz Restle ist Planer der umstrittenen Biogas-Anlage bei Grob-Gemüsebau. Er wirft den Gegnern Verzögerungstaktik vor.

Stefan Hilzinger
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Karl-Heinz Restle studiert Pläne in seinem Büro in Lengwil. (Bild: Donato Caspari)

Karl-Heinz Restle studiert Pläne in seinem Büro in Lengwil. (Bild: Donato Caspari)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Die Anlage stinkt nicht, verspricht Karl-Heinz Restle und trotzdem stinkt ihm die Sache langsam. Der Ingenieur und Chef der Lengwiler Firma Renergon ist Planer der umstrittenen Biogas-Anlage auf dem Gemüsebau-Betrieb Grob in Basadingen. Restle stört sich an den verbleibenden Einsprechern, die mit der Sache bis vor Bundesgericht gegangen sind (siehe unten). Er wirft ihnen fehlende Kompromissbereitschaft und Verzögerungstaktik vor.

Als Planer der Anlage im Unterthurgau versteht Restle sich nicht als direkt betroffene Partei. Der Unternehmer ärgert sich einfach, weil hier ein überaus «zukunftsträchtiges Projekt verhindert wird». Von der Sache her gibt es seiner Meinung nach keine Argumente gegen die Anlage. «Wir haben das Projekt nach der ersten Auflage und den Einsprachen verbessert», sagt Restle. So soll der Lagerplatz für das Rohmaterial eingehaust werden, damit keine Geruchsbelästigung entstehe. «Die Bauherrschaft nimmt hier beträchtliche Mehrkosten in Kauf, obwohl es von der Sache her gar nicht nötig ist.»

«Das Gros der Einsprecher liess sich überzeugen»

In Biogasanlagen werden orga­nische Abfälle vergärt, beispielsweise Mist und Gülle aus Landwirtschaftsbetrieben oder auch abgeerntete Stauden und anderes Grüngut aus dem Gemüsebau. Das Gas wird in der Regel mittels Generatoren in Strom umge­wandelt. Ausserdem kann die Ab­wärme der Vergärung genutzt werden, etwa, um Treibhäuser zu heizen. «Grob will künftig Ge­müse dank erneuerbarer Energie CO2-neutral produzieren können», sagt Restle. Ein Vorzeige-Vorhaben, das Unterstützung verdiene und nun drohe, Opfer einer Obstruktionstaktik zu werden. Man habe eigens eine Fahrt zu vergleichbaren Anlagen im süddeutschen Raum durchgeführt, um zu zeigen, dass das Verfahren der Feststoffvergärung, wie es auch in Basadingen geplant ist, von den Emissionen her kein Problem darstelle «auch ohne Einhausung». «Viele der ursprünglich 31 Einsprecher sind mit­gereist und haben sich ein Bild gemacht. Die drei jetzt noch verbleibenden nahmen nicht teil, obwohl der Termin eigens wegen ihnen noch verschoben wurde.»

Die Einsprecher führen raumplanerischen Argumente ins Feld. Jedenfalls sei genau zu prüfen, ob die Anlage zusammen mit der dort ebenfalls geplanten Geothermieanlage in der Landwirtschaftszone überhaupt gebaut werden dürfe. Die Sache müsse gesamthaft beurteilt werden, denn schliesslich entstehe dort eine «Energiezentrale Thurgau für erneuerbare Energie».

Restle kann dieser Argumentation nichts abgewinnen: «Die Anlage dient in allererster Linie der umweltbewussten Gemüseproduktion des Betriebes Grob.» Gerade im Landwirtschafts­kanton Thurgau gebe es viel Potenzial für Energie aus Biomasse, das hätten auch die Behörden erkannt. «Doch Projekte für neue erneuerbare Energien haben leider allgemein einen schweren Stand, nicht nur in ­Basadingen.» Gerne würde Unternehmer Karl-Heinz Restle seinen chinesischen Interessenten im Thurgau eine produzierende ­Anlage zeigen können.