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BASADINGEN-SCHLATTINGEN: Büro zügelt, Verantwortung nicht

Die Gemeinde lagert ihr Sozialamt nach Diessenhofen aus. Damit reagieren die Behörden auf eine Pensionierung – und auf die gestiegenen Anforderungen.
Donat Beerli

Donat Beerli

donat.beerli

@thurgauerzeitung.ch

«Von einer Überforderung kann keine Rede sein», versichert Basadingens Gemeindepräsident Peter Mathys. Die langjährige Fürsorgerin Esther Studer habe das Sozialamt während der vergangenen dreizehn Jahre kompetent geführt. «Und statt 40 Prozent eher 50 oder mehr gearbeitet.» Doch weil Studer dieses Jahr pensioniert wird, musste sich die Gemeinde überlegen, in welcher Form die Aufgaben in Zukunft ausgeübt werden sollen. Nun steht fest: Das Sozialamt wird ab September mit der Stadt Diessenhofen zusammengelegt. Mathys stellt klar: «Wir haben nur die Verwaltung ausgelagert. Die Fürsorgebehörde, die über konkrete Fälle entscheidet, ist nach wie vor in unserer Hand.»

Vielfalt der Bezüger ist viel grösser als früher

Diessenhofen stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und ist fürs Personal sowie die Infrastruktur zuständig – gegen ein Entgelt. Kostenmässig wirke sich die Auslagerung nicht negativ aus, sagt Mathys. Man rechne aber wegen der steigenden Zahl von Sozialhilfebezügern ungefähr mit einem 50-Prozent-Pensum. Wie Diessenhofens Gemeindepräsident Walter Sommer bestätigt, wurde darum eine neue Teilzeitstelle geschaffen.

Ändern soll sich ausser den neuen Ansprechpersonen und dem Standort für die Sozialhilfebezüger nichts, wie Peter Mathys sagt. Er gibt zu, dass hinter der Entscheidung auch langfristige Überlegungen liegen. «Früher waren es in ländlichen Gebieten vor allem ältere Personen oder Alleinerziehende, die von Sozialhilfe unterstützt wurden.» Die Vielfalt sei aber grösser geworden – und damit auch die Anforderungen ans Fachpersonal, welches für die Betreuung und administrative Hilfe zuständig ist. Durch die Zusammenschliessung könne man nun vermehrt Synergien nutzen.

Eschenz hat sein Sozialamt Ende 2012 ebenfalls ausgelagert – nach Steckborn. Ausschlaggebend war damals die Kündigung der betreuenden Person, die in einem 40-Prozent-Pensum gearbeitete hatte. Man habe sich für eine neue Lösung entschieden, sagt Gemeindepräsident Claus Ullmann. «Vor allem die Ferienablösung war immer schwierig.»

Kanton begrüsst Zusammenschliessungen

Ullmann sagt ebenfalls, dass die Anforderungen an die Sozialämter in den vergangenen Jahren gestiegen seien. «Es braucht immer mehr ausgewiesene Fachleute, und das wiederum braucht Kapazitäten.» Die Zusammenarbeit mit Steckborn laufe sehr gut, auch die Bezüger würden sich nicht beklagten. «Sie profitieren sogar davon, weil sie bei Fragen auf die Hilfe verschiedener Fachleute zählen können.» Florentina Wohnlich, Leiterin beim kantonalen Sozialamt, versteht das Zusammenlegen der Sozialhilfe. «Für uns ist nur relevant, dass die Gemeinden ihre Aufgabe erledigen.» In welcher Organisationsform sie das machten, spiele keine Rolle. Ausserdem bleibe die Verantwortung ja in der Gemeinde. «Eine Auslagerung der Verantwortung ist es also nicht.»

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