BASADINGEN: Im Letten und im Zentrum bewegt sich was

Die Finanzen sind gesund. Nun nimmt die Volksschulgemeinde Diessenhofen gleich zwei Bauprojekte an die Hand. Die Rechnungsversammlung am Montagabend bewilligte zwei Kredite.

Thomas Brack
Drucken
Teilen
So stellen sich die Architekten den Ergänzungsbau beim Diessenhofer Oberstufenzentrum Letten vor. (Bild: PD)

So stellen sich die Architekten den Ergänzungsbau beim Diessenhofer Oberstufenzentrum Letten vor. (Bild: PD)

Thomas Brack

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Nach jahrelangem Stillstand sollte der Abend entscheidend werden für die Immobilienvisionen der Diessenhofer Schulbehörde. «Wir wollen mit einer guten In­frastruktur das Fundament für eine gute Schule schaffen», sagte Jörg Sorg, Präsident der Volksschulgemeinde Region Diessenhofen (VSGDH), an der Schul­gemeindeversammlung am Dienstag in Basadingen. «Wir beabsichtigen nicht, uns ein Denkmal zu setzen, sondern wollen an einer Schule arbeiten, die gerüstet ist für die Herausforderungen, welche die rasanten Umwälzungen in Gesellschaft und Wirtschaft mit sich bringen.»

Doch bevor es zur Abstimmung über die Planungs- und Projektierungskredite kam, stellte der Finanzverantwortliche Hansruedi Stör die Jahresrechnung 2016 vor, die positiv abschloss. Die Schulden sanken von sechs auf fünf Millionen Franken. Eine halbe Million Franken aus dem Überschuss fliessen in den Fonds zur Finanzierung der Bauvorhaben. Die gesunden Finanzen befähigten die Behörde nun, die Zentralisierung der Oberstufe auf dem Lettenareal in Angriff zu nehmen.

Ein Ergänzungsbau beim Schulhaus Letten

Kleinklassen, Musikunterricht, Bibliothek, Werken und Hauswirtschaft, Zeichnen und Gestalten brauchen Platz. Auch die Aula und ein Aufenthaltsraum für Schülerinnen und Schüler sollen endlich an einem Ort untergebracht werden. Sorg informierte daher über einen Planungskredit über 468000 Franken für einen Ergänzungsneubau der Oberstufe Letten. Das Diessenhofer Architekturbüro moos.giuliani.herrmann hat laut Sorg in einer ersten Phase «ein sowohl architektonisch überzeugendes wie den pädagogischen Bedürfnissen entsprechendes Projekt vorgelegt». Der Neubau soll eingeschossig sein und durch eine offene Fassade und ideale Beleuchtung transparent wirken. Dank vorfabrizierter Elemente solle ein hohes Mass an Flexibilität und wirtschaftlicher Nutzung erreicht werden. Die Ideen bestachen: Von den 62 Stimmbürgern stimmten lediglich 3 gegen das Kreditbegehren.

Neues Schulhaus Zentrum wird projektiert

Guten Mutes schritt Sorg dann zur Präsentation der «Aufstockung des Projektierungskredits von 250000 Franken für einen Ersatzbau Schulhaus Zentrum». Weshalb soll ein Neubau erfolgen? Zum einen sei der bestehende Bau technisch und energetisch veraltet, die Kosten für die Werterhaltung lägen bei über acht Millionen Franken. Wegen der regen Bautätigkeit in Diessenhofen sei mit mehr Schülern zu rechnen. Das optimierte Betriebskonzept plant die Unterstufe im alten, denkmalgeschützten Schulhaus und die Mittelstufe im neuen Schulhaus Zentrum. «Die Kindergärten werden nicht integriert», sagte Sorg. Der Kredit ­ermögliche einen offenen Architekturwettbewerb mit einer professionellen Jury. Die scheinbar hohen Kosten für dieses Verfahren seien in Wahrheit der günstigste Weg zu einer kreativen Lösung, sagte Sorg.

In der Diskussion regte der frühere Oberförster Hans Weber an, beim Bau Schweizer Holz einzusetzen und eine Schnitzelheizung zu planen, was mit Applaus quittiert wurde. Der SVP-Kantonsrat wollte wissen, ob die Bauvorhaben eine Erhöhung des Steuerfusses zur Folge habe. Sowohl Präsident Sorg als auch Finanzvorsteher Stör verneinten. Während der Bauphase sei wohl mit Defiziten zu rechnen, die zusätzlichen Ausgaben können aber bei einem gleichbleibenden Steuerfuss gestemmt werden, denn die finanzielle Lage sei gesund. Schon ab 2022 sei wieder mit schwarzen Zahlen zu rechnen. Die Versammlung stimmt dem Kreditantrag bei drei Gegenstimmen zu. «Wichtiger als die Bauhülle sind die unterrichteten Inhalte», sagte Präsident Sorg.

Schliesslich wählte die Versammlung die Rechnungs­prüfungskommission in globo wieder. Dem zurücktretenden Behördenmitglied Andi Pfenninger dankte Sorg für dessen jahrelange vorzügliche Arbeit in der Behörde. Gerade durch sein ­besonnenes und freundliches Wesen habe er tatkräftig mit­geholfen, das VSGDH-Schiff durch turbulente Gewässer zu führen.

Aktuelle Nachrichten