Band auf dem Radar des Staatsschutzes

FRAUENFELD. Wie gefährlich ist die Thurgauer Band Vargr i Veum? Handelt es sich bei der Gruppe um eine harmlose Formation, die ein Faible für nordische Mythen hat? Recherchen belegen: Die Band bewegt sich in einem rechtsextremen, grenzüberschreitenden Netzwerk.

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FRAUENFELD. Wie gefährlich ist die Thurgauer Band Vargr i Veum? Handelt es sich bei der Gruppe um eine harmlose Formation, die ein Faible für nordische Mythen hat? Recherchen belegen: Die Band bewegt sich in einem rechtsextremen, grenzüberschreitenden Netzwerk. Sie wird von der Kantonspolizei dem rechten Spektrum zugeordnet. Dem deutschen Verfassungsschutz ist die Band ebenfalls bekannt.

Das Konzert, das die Band am Samstag in Riedt bei Erlen gab, war nicht ihr erster Auftritt im Thurgau. Vargr i Veum wurde 2005 gegründet. Die Musiker mieteten im Teigi-Areal in Kradolf ein Probelokal, wo sie bis vor zwei Jahren regelmässig Proben und Feste abhielten. 2010 kündigte der Vermieter das Mietverhältnis, nachdem bekannt wurde, dass sich die rechtsextreme Szene im Teigi-Areal traf.

Polizei kennt Bandmitglieder

Die Kantonspolizei Thurgau hat dort über Jahre regelmässige Personen- und Fahrzeugkontrollen durchgeführt. Sie weiss also, dass die Band im rechten Spektrum anzusiedeln ist. Wie Informationschef Andy Theler mitteilt, hat die Kantonspolizei Kenntnis von den Konzerten der Band im Thurgau und weiss, wer zur Band und deren Umfeld gehört. Die Kantonspolizei Thurgau dulde keine Verstösse gegen das Antirassismusgesetz.

Zwar handeln die Texte von Vargr i Veum von nordischen Sagen und Mythen. Doch bedienen sich Rechtsextreme, wie die Österreichische Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung erforscht hat, seit geraumer Zeit der nordischen Mythologie. Dies liege am heroisch-kriegerischen Aspekt dieser Mythen. «Es sind Begriffe wie Ehre, Mut, Stolz, Kampf und Stärke, die den Inhalten der nordischen Mythologie entsprechen und somit für die hohe Anziehungskraft des altnordischen Glaubens auf viele Rechtsextremisten verantwortlich sind.»

Staatsschutz kontaktieren

Die Kantonspolizei Thurgau arbeitet bei der Überprüfung von extremen Gruppierungen mit dem Nachrichtendienst des deutschen Bundes zusammen. Dieser überprüft, ob eine Gruppe zu Gewalt aufruft, wie NDB-Sprecher Felix Endrich bestätigt. Der NDB gibt keine Auskunft darüber, wen er auf dem Radar hat. (ist)

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