BALTERSWIL: Wenn’s etwas länger dauert

Die achtjährige Liana Munz hat am 15. November 2016 ihrem Gotti in Urdorf eine Einladung zum Geburtstagsfest geschickt. Die Karte kam erst im Juni an.

Christoph Heer
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Liana Munz und ihr Vater Marco amüsieren sich darüber, dass ihr Brief mit der Geburtstagseinladung auf dem Postweg von Balterswil nach Urdorf über ein halbes Jahr gebraucht hat. (Bild: Christoph Heer)

Liana Munz und ihr Vater Marco amüsieren sich darüber, dass ihr Brief mit der Geburtstagseinladung auf dem Postweg von Balterswil nach Urdorf über ein halbes Jahr gebraucht hat. (Bild: Christoph Heer)

Christoph Heer

hinterthurgau@thurgauerzeitung.ch

Gross war das Erstaunen, als die kleine Liana erfuhr, dass ihr Schreiben erst am 21. Juni in Urdorf angekommen ist. Denn Liana Munz schickte ihre Einladung für ihren Geburtstag, den sie am 3. Dezember feiert, am 15. November per A-Post auf die Reise. Luftlinie ist es eine Distanz von rund 60 Kilometern. Die Karte hätte eigentlich zwei Arbeitstage später ankommen sollen. Dem war aber dieses Mal nicht so. «Ich wollte meinem Gotti eine Freude machen, habe mit meinem Vater und dessen Freundin Rebecca Herzog Einladungen geschrieben und sie im Briefkasten der Balterswiler Post abgegeben», erinnert sich Liana Munz. Doch schnell stellte sich heraus: Die Karte hat sich verirrt, kam nicht im November, nicht im Dezember, ja erst gut ein halbes Jahr später an.

Jeder fünfzigste Brief ist verspätet

Verloren gegangen ist sie aber nicht. In diesem Fall wäre sie, laut Aussagen der Medienstelle der Post, mit einer speziellen Vermerkung gekennzeichnet worden. Liana und ihr Vater Marco Munz schmunzeln heute darüber. «Es gibt definitiv Schlimmeres, als ein Brief, der für 60 Kilometer ein halbes Jahr braucht.» Jacqueline Bühlmann, Mediensprecherin der Post, sagt, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handelt. «Normale Briefe und Postkarten die nicht Eingeschrieben aufgegeben werden, können nicht zurückverfolgt werden, da sie nicht getrackt werden, wie wir im Fachjargon sagen. So ist es auch unmöglich zu eruieren, wo in diesem Fall der Fehler passiert ist.» Die Post transportiert 18 Mil­lionen Sendungen pro Tag. «In wirklich seltenen Fällen kommt es zu solchen Begebenheiten, wie nun bei diesem Vorkommnis im Hinterthurgau. Die Pünktlichkeit von Laufzeiten ist aber nach wie vor einmalig», sagt Bühlmann. Die Post hat 2016 bei der Pünktlichkeit der Briefzustellung sehr hohe Werte erzielt: 98,0 Prozent der A-Post-Briefe und 98,9 Prozent der B-Post-Briefe erreichten ihre Empfänger im versprochenen Zeitrahmen. Jacqueline Bühlmann hofft, dass die Geburtstagsparty von Liana Munz trotzdem ein Erfolg war. «Wir können uns für diese extreme Verspätung nur entschuldigen», sagt sie.

Für Liana hat sich die Sache erledigt. Sie verspricht, auch in diesem Jahr eine Einladung zu schicken. «Zur Sicherheit lade ich mein Gotti vielleicht noch etwas früher ein als letztes Jahr. Man weiss ja nie», sagt sie lachend. Lianas Gotti war übrigens trotzdem an der Geburtstagsparty dabei. Es gibt ja auch noch andere Kommunikationskanäle.