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BALTERSWIL: Fluglärmgegner mobilisieren

Im Kampf gegen den Fluglärm kündet die Hinterthurgauer Protestbewegung noch für den Oktober eine Aktion an. Sie kämpft zudem gegen den Ausbau zweier Pisten am Flughafen Zürich.
Simon Dudle
Abwehrhaltung: Der Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau will sich zwar nicht vor Landeanflügen aus Osten verschliessen, stellt sich aber gegen Ost-Starts quer. (Bilder: Olaf Kühne)

Abwehrhaltung: Der Bürgerprotest Fluglärm Hinterthurgau will sich zwar nicht vor Landeanflügen aus Osten verschliessen, stellt sich aber gegen Ost-Starts quer. (Bilder: Olaf Kühne)

BALTERSWIL. Nein, sie sind gar nicht zufrieden im südlichsten Teil des Thurgaus. Dort haben sich 420 Personen zu einem Bürgerprotest gegen den Fluglärm zusammengeschlossen und nehmen die aktuellen Entwicklungen am grössten Schweizer Flughafen abermals kritisch zur Kenntnis. Präsident Josef Imhof spricht von einem «schlechten Kompromiss», wenn er die neusten Pläne des Bundesamtes für Zivilluftfahrt, das sogenannte «Objektblatt SIL 2» thematisiert. In diesem ist auch festgehalten, wo künftig die Flieger starten und landen sollen. Zankapfel sind die Südstarts über Piste 16. Während von den Gemeinden an der Zürcher Goldküste Widerstand kommt, sähe man aus Ost-Optik gerne möglichst viele Flugzeuge gegen Süden starten. Gemäss «SIL 2» sollen diese Südstarts bei Bise und Nebel erfolgen. «Das ist der missglückte Versuch eines Kompromisses», sagt Imhof. Zumal er befürchtet, dass die Flugzeuge nach dem Südstart abdrehen und dann doch über den Hinterthurgau fliegen.

Zürcher stimmen über den Pistenausbau ab

Auch die ins Auge gefassten Verlängerungen der Pisten 28 (für Landungen von Osten) und 32 (für Starts nach Norden) sorgen im Hinterthurgau für rote Köpfe. Diese Massnahme würde es erlauben, dass gleichzeitig von Osten gelandet und gegen Westen gestartet wird. Über den Süden müsste man nicht mehr reden.

Die Forderung des Bürgerprotestes ist unmissverständlich: «Anflüge ja – Abflüge null über dem Hinterthurgau und Wil. Das ist der Beitrag unserer Region», sagt Imhof. Doch es könnte anders kommen. Bürgerliche Parteien im Kanton Zürich haben gegen das Nein des Kantonsparlaments zum Pistenausbau das Referendum ergriffen. Somit wird – voraussichtlich 2018 – über deren Ausbau abgestimmt. Imhof geht davon aus, dass betreffend Pistenverlängerung aufs Gaspedal getreten wird, bei den Südstarts hingegen auf die Bremse.

Beim seit mehreren Jahren existierenden Bürgerprotest befürchtet man deshalb weiterhin, dass der Osten zum «Haupt-Fluglärm-Abfallkübel» wird. Der Süden bekomme zwar gemäss «SIL 2» einige Starts mehr, bliebe aber trotzdem von einem «fairen Anteil» verschont.

«Im Osten wird man sich den Bauch halten»

Mit Briefeschreiben oder einer Demonstration – wie in der Vergangenheit geschehen – ist es für Imhof nicht mehr getan. «Wir müssen Wegkommen von dieser Folklore», sagt er. Der Präsident kündigt «zeitnah» und noch vor der Hauptversammlung am 26. Oktober eine Protestaktion an. Woraus diese besteht, lässt er sich noch nicht entlocken. Es sei aber eine Aktion, über die man sich im Osten «den Bauch vor Lachen hält», während Bern keine Freude daran haben werde.

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