Baggern nach Herzenslust

Neben dem Coop Bau+Hobby in Frauenfeld ist Anbaggern erwünscht. Im Fun-Park haben sich am Samstag viele Männer ihre Jugendträume erfüllt. Auch Frauen liessen sich begeistern und haben mit dem Bagger geschaufelt.

Christine Luley
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Wie der Vater, so der Sohn: Stefan Trauffer und Ayden in der Führerkabine des 15 Tonnen schweren Kettenbaggers. (Bild: Reto Martin)

Wie der Vater, so der Sohn: Stefan Trauffer und Ayden in der Führerkabine des 15 Tonnen schweren Kettenbaggers. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. Auf dem Gelände rechts neben dem Coop Bau+Hobby sieht es aus wie auf einer Baustelle. Hinter der Absperrung zwischen Kies- und Geröllhügel stehen zehn starke Maschinen. Die Baggergrössen variieren zwischen 1,8 Tonnen und 15 Tonnen. Thomas Hofmann und sein Team haben einen Fun-Park aufgebaut. Jeden Samstag können Möchtegern-Baggerführer wie in einem riesigen Sandkasten nach Herzenslust graben, schaufeln und baggern.

Schon Zuhören anspruchsvoll

Stephan Trauffer setzt sich mit seinem kleinen Sohn in die Führerkabine des 15 Tonnen schweren Kettenbaggers. Instruktor Dave Vögeli erklärt ihm die Bedienung: «Joystick, rechter Hebel nach hinten ziehen, Arm mit Schaufel geht hoch, rechter Hebel nach vorne, sie geht hinunter, rechter Hebel nach links, Schaufel schliesst.» Allein schon das Zuhören ist anspruchsvoll. Trauffer dreht den Zündschlüssel. Motor an, Vater und Sohn strahlen. Der Bagger gräbt sich in den Erdhaufen, nimmt mit der riesigen Schaufel Material auf. Er dreht sich nach rechts und kippt den Aushub wieder aus. Der kleine Ayden ist begeistert, Papa auch. Er schwärmt vom Erlebnis, der Kraft der Maschine und der Kunst, flüssig damit zu arbeiten.

An einem Gewerbeanlass im letzten Herbst in Weiningen entwickelten Thomas Hofmann und Daniel Lüscher die Idee mit dem Baggerplausch. Hofmann wohnt in Warth und arbeitet hauptberuflich im Bereich Gebäudetechnik, Heizung, Klima und Service. Die Baggersache ist sein zweites Standbein. Er erzählt, dass sich seit April vor allem Events an Firmenausflügen, Kundenanlässen, Polterabenden und Geburtstagen grosser Beliebtheit erfreuen. Etwas vom Berührendsten sei ein Event mit der Stiftung Sternschnuppe gewesen. «Für den 17jährigen Cédric war Baggerfahren ein Bubentraum. Im Juni schaufelte der junge Mann mit dem Down-Syndrom Erde hin und her und stieg während zweier Stunden nicht mehr von der Maschine. Er war so richtig glücklich.»

Nicht nur Männerspielplatz

Beim Zusehen und im Gespräch wird die Faszination für die Baumaschinen spürbar. Doch wie ist das nun mit Frauen und Technik? Hofmann erzählt von einem zwölfjährigen Mädchen, das bisher am schnellsten mit der Bedienung eines Baggers klarkam. «Am Anfang sind Frauen zurückhaltender, aber dann holen sie auf, weil sie ein gutes Feingefühl haben.» Er ergänzt, «begreifen ist das eine, Koordination das andere».

www.baggerplausch.ch