Bagger verursacht Stromausfall

Gut 70 Minuten gab es gestern nachmittag in Teilen Frauenfelds keinen Strom, auch das Kantonsspital war betroffen. Dafür verantwortlich war ein Bagger, der ein Kabel beschädigte. Hergang und Haftungsfragen werden noch abgeklärt.

Markus Zahnd
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Bei der Baustelle an der Wydenstrasse wurde das Kabel beschädigt. (Bild: Stefan Hilzinger)

Bei der Baustelle an der Wydenstrasse wurde das Kabel beschädigt. (Bild: Stefan Hilzinger)

FRAUENFELD. Es war ein eigenartiges Bild gestern nachmittag in der Vorstadt. Vor den Läden standen reihenweise Menschen und telefonierten mit ihren Mobiltelefonen. Die meisten dürften bei den Werkbetrieben angerufen haben. Denn nach dem Mittag war in Teilen der Stadt plötzlich der Strom weg. «Der Unterbruch dauerte von 13.27 bis 14.39 Uhr», teilte die Stadt dann am Abend in einem Mediencommuniqué mit.

Der Grund für den Stromausfall war ein Bagger. Dieser beschädigte bei Bauarbeiten im Bereich Wydenstrasse/Militärstrasse ein Mittelspannungskabel, was in Frauenfeld Ost sowie vereinzelt in anderen Gebieten den Stromausfall verursachte. «Durch sofort eingeleitete Netzumschaltungen konnte der Unterbruch auf ein Minimum reduziert werden. Erste Kunden konnten 13.59 Uhr wieder zugeschaltet werden», heisst es in der Mitteilung der Stadt.

Die Haftung wird abgeklärt

Was genau geschehen ist und wer dafür haftet, konnte Andreas Ziegler, Leiter Elektrizität bei den Frauenfelder Werkbetrieben, noch nicht sagen. «Die erste Priorität ist in einem solchen Fall stets, die Kunden wieder ans Netz zu bringen.» Erst danach würden weitere Abklärungen gemacht. So konnte Ziegler gestern auch noch nicht sagen, wie viele Kunden vom Stromausfall betroffen waren. Sicher ist, dass zum Beispiel auch die kantonale Verwaltung oder die Kantonspolizei Thurgau keinen Strom mehr hatten.

«Bei Tiefbauarbeiten kann so etwas passieren, zum Glück kommt es aber nur selten vor», sagt Ziegler. Einige Frauenfelder dürften allerdings ein Déjà-vu gehabt und sich an den August 2012 erinnert haben. Damals hatten Bauarbeiter eine Swisscom-Leitung angebohrt, so dass Hunderte Frauenfelder bis zu einer Woche ohne Telefon und Internet auskommen mussten.

Zuerst die Operationssäle

Vom Stromausfall betroffen war auch das Kantonsspital, wie Marc Kohler, CEO der Spital Thurgau AG, bestätigt. «Unser technisches Sicherheitskonzept hat perfekt geklappt.» Zuerst kommt sogenanntes USV-Gerät zum Einsatz, eine Art Batterie, welche die unterbrechungsfreie Stromversorgung sicherstellt. Nach zehn Sekunden schaltet sich das mit Diesel betriebene Notstromaggregat ein. «Es gibt eine klare Prioritätenliste für die Stromversorgung, die sich an den Patientenbedürfnissen orientiert. Zuerst sind natürlich Operationssäle und ähnliches dran», sagt Kohler. Im Spital hatte es rund eine Viertelstunde keinen externen Strom.