Bagger verkleinern den Klosterweiher

FISCHINGEN. Das Renaturierungsprojekt am einst gestauten Klosterweiher befindet sich in der letzten Phase. In dieser wird ein Teil des Erdwalls abgetragen und Schlamm aus dem Weiher gebaggert. Der Weiher wird nicht verschwinden, aber er wird kleiner werden.

Silvan Meile
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Bagger legen dem Mülitalbach ein Bett zurecht. Bis dahin fliesst der Bach im orangen Rohr am Klosterweiher vorbei. (Bild: Silvan Meile)

Bagger legen dem Mülitalbach ein Bett zurecht. Bis dahin fliesst der Bach im orangen Rohr am Klosterweiher vorbei. (Bild: Silvan Meile)

Das Wasser ist aus dem Klosterweiher in Fischingen gewichen. Der an dieser Stelle über hundert Jahre lang zum stehenden Gewässer gestaute Mülitalbach fliesst seit einigen Tagen in einem neu erstellten Bachbett oberirdisch in Richtung Tal. Vor dem Schulhausplatz verschwindet der Bach im Boden und fliesst die letzten Meter unterirdisch in die Murg.

Naherholungsgebiet bleibt

Oben am einstigen Klosterweiher sind seit drei Wochen die letzten Arbeiten zur Neugestaltung des Gewässers im Gang. «In wenigen Wochen sind die letzten Arbeiten abgeschlossen», sagt Tobias Buser von der zuständigen Fröhlich Wasserbau AG. Derzeit würden Bagger einen Teil des Erdwalls abtragen, ausserdem wird Schlamm vom Grund des Weihers ausgebaggert. «Ein Teil des stehenden Gewässers wird schliesslich bleiben», sagt Buser. Der Weier wird nicht ganz verschwinden, er wird aber etwas kleiner. Doch die Funktion als Naherholungsgebiet und Lebensraum für Tiere und Pflanzen behält das Gebiet mit seiner Aussicht aufs Dorf und das Kloster.

Strom bis in die 50er-Jahre

An der Gemeindeversammlung im Frühling bewilligten die Fischinger Stimmberechtigten einen Kredit von 185 000 Franken zum Rückbau des Staudammes und einem ober- und danach unterirdischen Bachlauf in die Murg.

Nebst der Gemeinde beteiligen sich auch Bund und Kanton mit gemeinsam rund 60 Prozent finanziell an diesem Vorhaben. Das ganze Projekt kostet 435 000 Franken.

Mit dem gestauten Weiher betrieb das Kloster Fischingen bis in die 50er-Jahre ein kleines Kraftwerk für die eigene Stromversorgung. Dann gab das Kloster die Stromproduktion auf, der gestaute Klosterweiher blieb. Bis zu diesem Jahr, in dem nicht nur die Konzession zur Bachstauung auslief, sondern auch teure Sanierungsarbeiten am Staudamm angefallen wären.

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