Bäcker sind enttäuscht vom EKT

Wer professionell bäckt, verbraucht viel Strom. Darum würden die Thurgauer Bäcker und Confiseure den Strom gerne gemeinsam beim EKT günstiger einkaufen. Beide Seiten haben sich zum informellen Austausch getroffen.

Christof Lampart
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WEINFELDEN. Urs Köppel hatte sich mehr erhofft vom Treffen mit dem Vertriebsleiter der EKT AG, Markus Studerus. Dieser informierte im Anschluss an die Generalversammlung des Thurgauer Bäcker- und Confiseurmeister-Verbands, die am Donnerstagnachmittag im «Stelzenhof» in Weinfelden abgehalten wurde, über Möglichkeiten, als KMU Strom und somit auch Geld zu sparen.

Kein Kollektivangebot

Nicht im Gepäck dabei hatte Markus Studerus das, was sich Verbandspräsident Köppel aus Romanshorn vom Auftritt des EKT-Mannes erhofft hatte: nämlich zumindest einen unverbindlichen Entwurf eines Kollektivangebots für die im Verband organisierten Bäcker und Confiseure zwischen Diessenhofen und Horn beziehungsweise zwischen Kreuzlingen und Fischingen.

Die Möglichkeiten kennen

«Wir hätten gerne mehr darüber erfahren, was für Möglichkeiten es für uns als Verband gibt», erklärte Urs Köppel. «Immerhin haben rund 80 bis 90 Prozent aller unserer Bäckereien einen Stromumsatz von mindestens 100 000 Kilowattstunden», sagte er nach der Versammlung leicht enttäuscht gegenüber der «Thurgauer Zeitung».

Strompreise sollen sinken

Immerhin erläuterte Markus Studerus aber, warum er keinen Vorschlag für ein Kollektivangebot mitgebracht hatte. «Wir erwarten, dass die Strompreise für die Jahre 2017 und 2018 an den Strombörsen noch weiter leicht sinken werden.» Somit sei aus Sicht der EKT AG eine individuelle Vereinbarung mit einem grösseren Betrieb, der die Schwankungen berücksichtigt, fairer und erfolgversprechender hinsichtlich Einsparungen, als es ein fixer Vertrag über sechs Jahre heute wäre. Nichtsdestotrotz gäbe es bereits heute für KMU attraktive Optimierungsmöglichkeiten, sagte er weiter. «Schliesslich verbraucht eine Bäckerei mit 20 Angestellten schnell einmal jährlich an die 200 000 Kilowattstunden; und wer 100 000 Kilowattstunden jährlich verbraucht, kann aktuell schon den Strom zu Marktkonditionen beziehen.»

Zum Vergleich: ein Vier-Personen-Haushalt in einer Fünf-Zimmer-Wohnung benötigt im Jahr rund 4500 Kilowattstunden.

Sparen nach Programm

Eine Möglichkeit, beim Strom Geld zu sparen, ist gemäss Studerus neben einem individuellen Vertrag auch die Teilnahme am Stromsparprogramm der EKT AG «Thurgauer Energie-Fitness für Gewerbe und Industrie». Das Monitoring des Programms erstrecke sich über drei Jahre. «Je nachdem, wie viel Strom ein Betrieb spart, desto mehr Geld kann er dabei verdienen», sagte Markus Studerus an die Adresse der Bäcker und Confiseure.

Köppel will nachhaken

Mit dieser Erklärung will sich Urs Köppel aber nicht zufrieden geben. Er wolle deshalb in dieser Frage möglichst zeitnah bei der EKT AG nachfassen, wie der Verbandspräsident noch am Donnerstag sagte.

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