Badiwiese wird Mini-Jurassic-Park

Über 50 Dinosaurier werden ab Samstag die hintere Badiwiese in Frauenfeld bevölkern. Aber keine Sorge, sie beissen nicht. Die lebensgrossen Urzeitechsen aus Glasfaser gehören zur Ausstellung «World of Dinosaurs» aus Österreich.

Mathias Frei
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Herr über die Dinos auf der Badiwiese: Produktionsleiter Reini Klopf. Im Hintergrund hat eine Urzeitechse Hunger. (Bild: Andrea Stalder)

Herr über die Dinos auf der Badiwiese: Produktionsleiter Reini Klopf. Im Hintergrund hat eine Urzeitechse Hunger. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. «Was die Amis können, können wir Österreicher schon lange.» Das war Toni Walzers erster Gedanke, nachdem er im Jahr 1993 den Hollywood-Film «Jurassic Park» im Kino gesehen hatte. Gesagt, getan. Heute reisen drei Dinosaurierausstellungen des Unterhaltungs-unternehmers aus Oberösterreich durch ganz Europa – von der Ukraine über Norddeutschland bis nach Sizilien. Eine ist derzeit in Frankreich, die zweite macht halt in Deutschland und die dritte Ausgabe von «World of Dinosaurs» öffnet am Samstag in Frauenfeld.

Handzahme Tiere

Im Science-Fiction-Kassenschlager von Regisseur Steven Spielberg wird der Erlebnispark mit den geklonten Urzeitechsen zur tödlichen Falle. Dagegen sind die Dinosaurier auf der hinteren Badiwiese handzahm. Denn sie sind nicht echt, sondern lebensgrosse, wissenschaftlich detailgetreue Nachbildungen aus sogenannt japanischer Glasfaser, einer Mischung aus Glasfaser und Polyester.

14 Sattelschlepper transportieren die über 50 Tierfiguren nach Frauenfeld. Die Ostschweiz ist Neuland. Zuletzt waren die Dinos im Kanton Baselland zu sehen. Nach Frauenfeld geht's in den Winterschlaf. Es ist ja eine Freiluftausstellung. Mit der Kälte hätten die lebendigen Dinos von früher aber wohl kaum Mühe gehabt. Denn die aktuelle Forschung sieht sie als Warmblüter.

Auffrischung für den Rex

Vor Ort ist Produktionsleiter Reini Klopf zusammen mit zehn Helfern für den Aufbau zuständig. Auch ein Restaurator ist mit dabei. Wenn zum Beispiel der Tyrannosaurus Rex etwas Farbe braucht, weil er am letzten Ausstellungsort zu lange im Regen stand, oder der Diplodocus beim Transport eine kleine Delle abbekommen hat, ist Alois Pammer zur Stelle.

Wie Produktionsleiter Klopf erklärt, zeigt «World of Dinosaurs» zwei Zeitepochen: einerseits Dinosaurier, die im Zeitraum von vor 235 Millionen bis vor 65 Millionen Jahren vorkamen, andererseits «die Nachfahren der Saurier», wie sie Klopf bezeichnet. Das sind Tiere, wie man sie zum Beispiel aus der «Ice Age»-Filmreihe kennt, also das Mammut (bis vor 4000 Jahren), der Säbelzahntiger (bis vor 12 000 Jahren) oder das Riesenfaultier (bis vor 10 000 Jahren). Und sogar einen Neandertaler-Menschen (bis vor 30 000 Jahren) findet man auf der Badiwiese.

Ungleich beeindruckender sind aber natürlich die Dinosaurier. Die längsten, schnellsten und fiesesten Echsen stehen dicht an dicht auf dem Gelände. So gilt der Diplodocus mit seinen 30 Metern als längster Saurier. Aufgrund seines Körperbaus gehen Wissenschafter davon aus, dass der brutale Tyrannosaurus Rex bis zu 40 Kilometern in der Stunde machte. «Als gefährlichste Tiere galten aber die Velociraptoren. Sie gingen in Gruppen auf die Jagd, waren intelligent und zugleich hinterlistig», erklärt Produktionsleiter Klopf. Ebenfalls nicht fehlen dürfen Stegosaurus, Spinosaurus, Triceraptox oder auch verschiedene Flugsaurier. Friedlich stehen Fleischfresser neben Pflanzenfressern. «Das war doch schon früher so. Und wenn der Rex Appetit hatte, hat er sich einen Pflanzenfresser geholt», vermutet Klopf schmunzelnd.

Am Anfang sogar geträumt

Dinosaurier seien ein Klassiker, findet Klopf. «Schon als ich in den 1960ern in die Schule kam, erzählte uns der Lehrer von den Dinos.» Ganz am Anfang, als Klopf die Produktion der Ausstellung übernahm, träumte er nachts sogar von Dinosauriern.