Autobahnzubringer auf Stützen

Der Autobahnanschluss Wil West gilt als unabdingbar für die Entwicklung des neuen gleichnamigen Gebietes. Eine Variante ist ein Grosskreisel über der Nationalstrasse. Bis zum Bau vergehen aber noch einige Jahre.

Ursula Ammann
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Das Modell der Regio Wil zeigt einen Grosskreisel, der wie zwei gekrümmte Brücken über der Nationalstrasse funktioniert. (Bilder: pd)

Das Modell der Regio Wil zeigt einen Grosskreisel, der wie zwei gekrümmte Brücken über der Nationalstrasse funktioniert. (Bilder: pd)

Zwischen Münchwilen und Wil, wo derzeit die Braugerste für das lokale Thurbobräu und andere Ackerpflanzen gedeihen, soll in den nächsten 20 bis 25 Jahren der Entwicklungsschwerpunkt Wil West entstehen. Es handelt sich dabei um ein neues Stadtgebiet mit Wohnraum sowie Gewerbe mit 2000 bis 3000 hochwertigen Arbeitsplätzen. Wil West ist ein öffentliches Entwicklungsprojekt, das zwei Kantone (SG/TG) sowie 22 Gemeinden unter dem Dach des Vereins Regio Wil gemeinsam in Angriff genommen haben. Die einzelnen Massnahmen dafür wurden Anfang März mit dem Agglomerationsprogramm Wil 3. Generation in die Vernehmlassung geschickt.

Ein «Brückenbauwerk»

Zu den zentralen Elementen des Agglomerationsprogramms Wil 3. Generation gehört der Autobahnanschluss Wil West. Ohne diesen kann der Entwicklungsschwerpunkt Wil West nicht sinnvoll realisiert werden. Seit April 2015 ist der anvisierte Standort bekannt: Etwas westlich der Brücke Wiler-/Sirnacherstrasse über die A1.

Die Regio Wil hat nun ein Modell entworfen, das unter anderem zeigt, wie der Autobahnanschluss Wil West aussehen könnte (siehe Bild). Es handelt sich dabei um eine mögliche Variante, die weiterverfolgt werden soll. Sie besteht aus einem Grosskreisel, der wie zwei gekrümmte Brücken über der Nationalstrasse funktioniert. Zu diesem führen entweder Zufahrten oder Rampenbauwerke als Brückenkonstruktion. «Die genaue Höhenlage der Brückenbauwerke ergibt sich einerseits aus der Geländesituation und andererseits aus den möglichen Anschlussbauwerken an das untergeordnete Strassennetz», sagt Otto Noger vom Bundesamt für Strassen (Astra). Als «Brücken- bauwerk» werde der Grosskreisel auf Stützen stehen. Die genaue Ausgestaltung des Autobahnanschlusses Wil West wird sich jedoch erst in der weiterführenden Planung ergeben.

Die Bauzeit für die Variante Grosskreisel würde gemäss Noger ungefähr zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen. Das Aggloprogramm Wil der 3. Generation wird bis Ende dieses Jahres beim Bund eingereicht. Ziel ist, dass die darin enthaltenen Massnahmen als A-Priorität anerkannt werden. Erst dann ist mit finanzieller Unterstützung aus der Staatskasse zu rechnen. «Wir gehen mit Optimismus voran», sagt Regio-Wil-Präsident Christoph Häne.

10 bis 20 Millionen Franken

«Der Autobahnanschluss Wil West liegt im Zuständigkeitsbereich des Astra. Wir gehen davon aus, dass er als Teil des Nationalstrassennetzes zu 100 Prozent durch den Bund finanziert wird», erklärt Häne. Die Kosten dafür belaufen sich nach derzeitigen Schätzungen auf einen Betrag zwischen 10 und 20 Millionen Franken. Wann mit dem Bau begonnen werden könne, sei schwierig zu sagen, so Häne. «Im besten Fall in den Jahren 2021/2022». Gebe es jedoch während der öffentlichen Auflagefrist Einsprachen, könne sich das Projekt durchaus in die Länge ziehen.

Die Basis für das weitere Vorgehen bildet erst einmal der Prüfbericht des Bundes zum Aggloprogramm. Nach Einreichung des Aggloprogramms dürften nochmals zwei Jahre vergehen. Erst dann ist klar, ob es für Wil-West Unterstützung aus Bundesbern gibt. «Wir hoffen und erwarten es», sagt Christoph Häne. Der Bund habe die Massnahmen im Rahmen des Agglomerationsprogramms der zweiten Generation bereits als fördernswert anerkannt.

Christoph Häne Präsident der Regio Wil (Bild: unknown)

Christoph Häne Präsident der Regio Wil (Bild: unknown)