Autisten ecken oft an

Die Autismushilfe Ostschweiz feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Betroffene, Eltern und Institutionen finden bei der Fachstelle Unterstützung.

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St. Gallen. «Eltern von autistischen Kindern fühlen sich oft alleingelassen», sagt Margrit Köppel, Präsidentin der Autismushilfe Ostschweiz. «Wenn ein Kind im Bus unvermittelt schreit und nicht mehr zu beruhigen ist, denkt mehr als ein Passagier: unerzogenes Kind oder Rabenmutter.»

Weite Wege belastend

Margrit Köppel hat selber zwei, mittlerweile erwachsene, autistische Söhne. Vor gut zwölf Jahren gründete sie zusammen mit anderen betroffenen Eltern eine Selbsthilfegruppe. Vor zehn Jahren wurde daraus der Verein Autismushilfe Ostschweiz. Es zeigte sich bald, dass die Kompetenzen unter den Eltern nicht ausreichten. So entstand die Fach-, Anlauf- und Beratungsstelle Autismushilfe Ostschweiz. «Weite Anreisewege sind für Familien mit autistischen Kindern eine Belastung. Deswegen wollten wir ein Angebot in der Ostschweiz gründen.»

Zur Finanzierung der Fachstelle erhielt der Verein eine Anschubfinanzierung des Kantons St. Gallen und Beträge von Stiftungen. Seit 2004 erhält die Fachstelle einen Beitrag von Pro Infirmis. Dieser deckt aber nur einen Drittel der Ausgaben der Fachstelle. Der Rest wird über Spenden, Mitgliederbeiträge und Eigenmittel finanziert.

Breitgefächertes Angebot

Neben der Fachstellenleiterin arbeiten heute auch eine Sekretärin und eine heilpädagogische Fachberaterin in St. Gallen. Inzwischen verfügt die Autismushilfe Ostschweiz über ein breitgefächertes Angebot. Neben Beratungen von Angehörigen und Betroffenen werden auch diagnostische Vorabklärungen durchgeführt. Zudem gibt es Elterngruppen sowie einen Aspergertreff und Sozialkompetenzseminare.

Am 18. Mai feiert die Autismushilfe Ostschweiz ihr zehnjähriges Bestehen. Am 31. März, um 20.15 Uhr im Restaurant Hirschen in St. Gallen findet die Hauptversammlung des Vereins statt mit einem öffentlichen Vortrag.

Katrin Meier

www.autismushilfe.ch

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