AUSZEICHNUNG: «Ich hatte einen Versuch und drückte ab»

Emil Straub aus Seuzach im Kanton Zürich ist der Sieger des Leserbildwettbewerbs «xy aus z fotografierte in» 2016. Für den Heimwehthurgauer kommt dieser Triumph überraschend und spornt ihn für die Zukunft weiter an.

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Das Foto «Spätwinterlicher Nachmittag im Romanshorner Hafen» von Emil Straub ist das Leserbild des Jahres 2016. (Bild: Emil Straub)

Das Foto «Spätwinterlicher Nachmittag im Romanshorner Hafen» von Emil Straub ist das Leserbild des Jahres 2016. (Bild: Emil Straub)

Emil Straub, was bedeutet Ihnen die Auszeichnung zum Leserbilds des Jahres 2016?

Es bedeutet mir sehr viel, bei diesem Wettbewerb gewonnen zu haben. Als die Nachricht mich erreichte, mein Bild sei der Gewinner, war ich extrem überrascht, denn ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet.

Warum?

Es waren insgesamt 39 Bilder in der Endausscheidung und ich hatte das Foto mit keinen grossen Erwartungen eingeschickt. Leider hatte ich aus zeitlichen Gründen keine Gelegenheit, mir die anderen Anwärter auf diesen Preis anzuschauen. Diese Auszeichnung ist natürlich ein Ansporn, meiner Leidenschaft des Fotografierens weiter nachzugehen. Vielleicht gelingt mir ja nochmals solch ein Coup.

Wie ist es zu diesem Bild gekommen?

Die Aufnahme ist schon einige Jahre alt, ich kann mich leider nicht mehr an das genaue Datum erinnern. Ich bin damals an einem späten Winternachmittag mit meiner Lebensgefährtin am Romanshorner Hafen spazieren gegangen. Als Heimwehthurgauer zieht es mich immer wieder in die Bodenseeregion, wo ich auch aufgewachsen bin. Es war ein sehr nebliger Tag und plötzlich hellte es für einen kurzen Augenblick auf. Ich habe sofort meine Kamera rausgenommen und den Moment wortwörtlich eingefangen. Ich wusste, ich hatte nur einen Versuch, weil die Aufhellung nach wenigen Sekunden wieder weg war, und habe abgedrückt. Das Bild ist auf einer analogen Kamera aufgenommen worden, ohne Stativ, sondern aus dem Stand. Das Bild wurde in keinster Weise nachträglich nachbearbeitet, sondern so belassen wie es ist.

Haben Sie beruflich mit Fotografie etwas zu tun?

Nein, überhaupt nicht. Ich war mein Leben lang Betriebsökonom FH und habe die letzten 16 Jahre vor meiner Pensionierung bei der UBS gearbeitet. Die Fotografie war aber trotzdem immer ein Teil von mir. Seit Ende der 1960er-Jahre hatte ich stets eine Kamera dabei, mit der ich vor allem Biotope fotografiert und Ferienaufnahmen gemacht habe. Manchmal entstehen auch Schnappschüsse wie dieser hier.

Warum haben Sie dieses Bild eingeschickt?

Als langjähriger Abonnent der «Thurgauer Zeitung» und Hobbyfotograf habe ich den Leserbild-Wettbewerb «xy aus z fotografierte in» stets mitverfolgt. Als ich das Bild in einem alten Foto-Fundus zufälligerweise gefunden habe, dachte ich mir, dass es bestimmt ganz gute Chancen hätte. Als ich es dann einem befreundeten Halb-Profi-Fotografen gezeigt habe und er mir das bestätigte, habe ich es eingeschickt. Dass ich nun sogar gewonnen habe, ehrt mich sehr.