AUSZEICHNUNG: Der Aufwand hat sich gelohnt

Der Thurgauer Daniel Ryser wurde zum zweiten Mal mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet.

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«Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung». Der 37-jährige «Wochenzeitung»-Redaktor Daniel Ryser wurde zum zweiten Mal nach 2008 mit dem Zürcher Journalistenpreis ausgezeichnet. «Ich lebe seit zwölf Jahren in Zürich, daher bedeutet mir dieser Preis viel.» Vor allem auch deshalb, weil sich die Jury die Arbeiten ganz genau anschaue.

Die Jury würdigte seine Recherchearbeit über den Werdegang des Schweizer Islamisten Qaasim Illi. Für diese Recherche wurde Ryser, der in Steckborn aufgewachsen ist, bereits im letzten Jahr zum «Schweizer Journalisten des Jahres» gewählt.

Der Schweizer Qaasim Illi stammt aus schwierigen Verhältnissen und ist in einer streng­gläubigen Pflegefamilie aufgewachsen. «Egal bei was, Illi hat alles mit Herzblut und extrem gemacht.» Nach 9/11 und dem Irakkrieg 2003 gab es für ihn die Möglichkeit, in dieser entstan­denen Szene seine Erfüllung zu finden. Illi ist Sprecher und Mitglied des Islamischen Zentral­rates (IZRS), der versucht, in der Schweiz ein Kalifat aufzubauen.

An seinem 28 Seiten umfassenden Report «Die Dschihadisten von Bümpliz», der im August als WoZ-Sonderdruck erschienen ist, hat Ryser monatelang gearbeitet und war in dieser Zeit oft mit Illi unterwegs. «Ich gehe immer so vor und mag diese Art von Arbeit», sagt Ryser. Dabei sei er so unvoreingenommen wie möglich auf den Salafisten zugegangen, der im Gegenzug sehr offen redete. «Das hat mich nicht überrascht», sagt Ryser. Immerhin sei Illi Teil des IZRS, der auf mediale Aufmerksamkeit angewiesen sei. Man merke, dass der studierte ­Islamwissenschafter ein geübter Redner sei. «Ich mussten auf­passen, dass er die Dinge nicht schönredete.»

Florian Beer

florian.beer@thurgauerzeitung.ch