AUSTAUSCH: Tourismus sucht neue Wege

Das Thurgauer Tourismusforum liefert Impulse für ­digitale Werbung und analoge Erlebnisse.

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Die Vorträge der Gastreferenten in der Kartause Ittingen stiessen beim Publikum auf grosses Interesse. Daniel Obrist, Projektleiter von Funders.ch, informierte über Crowdfunding. Die TKB bietet mit dieser Plattform Organisationen eine alternative Finanzierungsform. Der Frauenfelder Plättli-Zoo fand mit diesem In-strument 99 Unterstützer für die Realisierung seines Spielplatzes. In der Diskussion kristallisierte sich heraus, dass Crowdfunding für eine Teilfinanzierung touristischer Projekte geeignet ist. Es ist für den Erfolg wichtig, eine Idee gut zu verkaufen, das Zielpublikum anzusprechen und emotional zu begeistern.

Geschäftsführer Rolf Müller informierte über die Angebote von Thurgau Tourismus. Im Sommer führen Hafenrundfahrten die Besucher durch die Geschichte Romanshorns. Ab Anfang Mai ist die Hafenstadt ein Etappenort der 1643 Kilometer langen «Grand Tour of Switzerland». Schweiz Tourismus hat diese Ferienstrasse quer durch die Schweiz entlang von Sehenswürdigkeiten und Ausflugsmöglichkeiten im Jahr 2015 lanciert. Der «Detektiv-Dachs-Trail» lädt in Steckborn und weiteren Thurgauer Orten zur Schatzsuche ein. An verschiedenen Destinationen im Thurgau können Gäste ab April wieder in einer «Seifenblase» in der Natur übernachten. «Bubble», das durchsichtige Hotelzimmer, bescherte im Vorjahr eine Belegung von 75 Prozent. «Oskar kann der Impuls für den Freizeittourismus der Ostschweiz sein», sagte Müller und berichtete von Buchungen, die explizit aufgrund dieser Gästekarte erfolgten. Feriengäste geniessen damit freie Fahrt im öffentlichen Verkehr, bei Bergbahn, auf Schiffen und kostenlose Museumseintritte.

Verändertes Verhalten der Gäste

Der Zukunftsforscher Andreas Walker zeigte Trends auf. «Wir werden gemeinsam älter, eine neue Generation wächst heran.» Er rief dazu auf, sich aktiv mit den sich verändernden Anforderungen zu beschäftigen, die Freizeitaktivitäten auch auf Seniorenverträglichkeit und auf die Bedürfnisse von Singles zu untersuchen.

Der neue Direktor von Schweiz Tourismus, Martin Nydegger, ortete durch die veränderte Bevölkerungsstruktur Chancen im Gesundheitstourismus und stellte ein Interesse an regionalen Spezialitäten fest. Schweiz Tourismus setze auf moderne Technologien und lebe die Digitalisierung, um Gäste noch besser bedienen zu können. So könne sich jemand in Japan mit Virtual Reality Reiseinspirationen holen, dabei durch den Thurgauer Bluest laufen und das später live erleben.

Christine Luley

thurgau@thurgauerzeitung.ch