Ausstieg aus dem Ausstieg

Die bundesrätliche Energiestrategie 2050 wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Die Aves Regionalgruppe Thurgau erwartet deshalb einen Ausstieg aus dem Atomausstieg.

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Die bundesrätliche Energiestrategie 2050 wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Die Aves Regionalgruppe Thurgau erwartet deshalb einen Ausstieg aus dem Atomausstieg.

«Es ist schon jetzt klar, dass alle erneuerbaren Energien zusammen den Strombedarf bis 2050 nicht zu decken vermögen. Ein Atomausstieg ohne den massiven Einsatz von Gaskombikraftwerken und Wärmekraftkoppelungsanlagen im Inland und den Rückgriff auf Stromimporte ist somit unmöglich.» Mit diesen Worten nahm Urs Martin, Präsident der Aves Regionalgruppe Thurgau und SVP-Kantonsrat, an der dritten Generalversammlung eine Standortbestimmung vor.

Die aktuelle Energie- und Umweltdebatte werde einmal mehr von Ideologie statt von Fakten getrieben, so Martin. Die Leidtragenden dieser Politik seien die Stromkonsumenten und die Wirtschaft. Die Aves brauche es deshalb mehr denn je. Sie setze sich im Rahmen der freien Marktwirtschaft für eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung ein, und sie strebe die sinnvolle Nutzung aller Energiearten an, insbesondere der Wasserkraft, der Kernenergie und der neuen erneuerbaren Energien.

Als Gastreferent legte Armin Eberle, Geschäftsführer der Energie-Agentur der Wirtschaft, anschaulich dar, wie freiwillige Massnahmen markante Resultate erbracht hätten. Auch Thurgauer Unternehmen seien in Sachen Effizienz aktiv. 90 Zielvereinbarungen seien abgeschlossen worden. Zehn Prozent Effizienzverbesserung sei relativ rasch erreichbar. Die Wirtschaft habe viele politische Zielvorgaben schon erbracht. Es brauche deshalb keine weiteren Detailvorschriften, betonte Eberle.

Im letzten Jahr ist die Mitgliederzahl der Aves Thurgau auf rund 140 Mitglieder angewachsen. Neu in den Vorstand gewählt wurde Heinz Wendel, Geschäftsführer des Thurgauer Gewerbeverbandes. Dessen Präsident, Peter Schütz, wurde nach zweijähriger Mitarbeit verabschiedet. (msi)