Ausmass von Food Waste ist beängstigend

Beni Merk und seine Kollegen vom Verein VerwertBAR setzen sich gegen Lebensmittelverschwendung in Kreuzlingen ein. Über die Feiertage war ein Sondereffort nötig.

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Beni Merk Co-Präsident VerwertBAR Kreuzlingen (Archivbild: Urs Jaudas)

Beni Merk Co-Präsident VerwertBAR Kreuzlingen (Archivbild: Urs Jaudas)

Beni Merk und seine Kollegen vom Verein VerwertBAR setzen sich gegen Lebensmittelverschwendung in Kreuzlingen ein. Über die Feiertage war ein Sondereffort nötig.

Herr Merk, am 24. und 25. Dezember war eine Sonderschicht nötig, um noch geniessbare Lebensmittel vor dem Mülleimer zu retten. Kam dabei viel zusammen?

Ja. Wir haben von den mit uns zusammenarbeitenden Läden extrem viele, noch gute Esswaren erhalten. Vor allem Brot und Gemüse. Wir haben uns Sorgen gemacht, dass die Lebensmittel bei unserem Kühlschrank in der Sakristei der Kirche Kurzrickenbach nicht abgeholt werden.

Wie ist es herausgekommen?

Wir haben über Facebook einen Aufruf gemacht, dem viele gefolgt sind. Auch der Pfarrer hat im Gottesdienst darauf aufmerksam gemacht. Meine Frau und ich waren extra am 24. abends und am 25. Dezember morgens anwesend. Es ist zum Glück alles abgeholt worden.

Wie haben die Leute auf die grosse Menge an Lebensmitteln reagiert?

Viele waren schockiert, dass ohne uns alles weggeworfen worden wäre. Es ist schon beängstigend, was für Ausmasse Food Waste angenommen hat. Für unser Anliegen war es hingegen eine gute Aktion. Wir konnten neue Leute für das Thema sensibilisieren.

Wie viele Zulieferer hat die VerwertBAR?

Zehn. Dazu gehören die Avec-Bahnhofshops, zwei Bäckereien, ein Supermarkt, ein Gemüse- sowie drei Getränkehändler und Lidl. Es wäre noch mehr Potenzial vorhanden. Doch wir müssen im Verein erst bereden, wie es weitergehen soll, damit wir nicht an Grenzen stossen.

Gehen Ihnen die Helfer aus?

Nein. Es gibt immer wieder Zu- und Abgänge. Wir haben einfach noch einige Ideen, die wir anpacken wollen.

Gibt es über Silvester auch eine Sammeltour?

Nein, diesmal nicht. Die VerwertBar ist am 5. Januar wieder geöffnet. (ndo)

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