AUSGEZEICHNET: Olli Hauenstein erhält Thurgauer Kulturpreis

Der Kulturpreis 2017 wird dem Clown, Schauspieler und Regisseur Olli Hauenstein aus Sommeri verliehen. Mit dem Preis, der mit 20 000 Franken dotiert ist, würdigt der Regierungsrat sein vielfältiges Schaffen.

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Olli Hauensteins künstlerischer Weg führte vom Zirkus zum Ko­mik­theater. Er zeige erfrischende Soloprogramme und lasse in der Zusammenarbeit mit Künstlern anderer Sparten Neues ent­stehen. Das schreibt der Kanton Thurgau in einer Mitteilung. Bei seinem langjährigen Mitwirken im Comedy-Express, dem Theaterensemble der Bildungsstätte Sommeri, erkannte er in Menschen mit Behinderung ausser­gewöhnliche Fähigkeiten für die Arbeit auf der Bühne. Als Regisseur und Spieler habe er dieses Ensemble mitgeprägt und wesentlich zu seinem Erfolg bei­getragen. Sein aktuelles Stück «Clown-Syndrom», das er mit seinem Bühnenpartner Eric ­Gadient, einem Schauspieler mit Down-Syndrom, entwickelt hat, zeige seinen hohen künstlerischen Anspruch und begeistere das Publikum wie die Fachwelt. Wegen dieses Erfolgs baut Olli Hauenstein nun im Bereich der Komik ein professionelles Theater­ensemble mit Menschen mit einer Be­einträchtigung auf.

Hauenstein ist 1953 in Zürich geboren und lebt seit 1992 in Sommeri. Nach der Matura absolvierte er eine Pantomimenausbildung am Teatro Studio di Roma, danach studierte er Schauspiel, Zirkuskünste, Puppen­theater und Regie an der staat­lichen Theater- und Zirkusakademie in Budapest sowie an der staatlichen Puppentheaterschule des Nationalen Puppentheaters in Budapest. 1978 bildete er ­zusammen mit der Ungarin Illi Szekeres das gemischte Clownduo Illi & Olli; Tourneen in Eu­ropa, Kanada und Japan folgten. 1992 startete Hauenstein sein erstes Soloprogramm. Seine Tourneen gingen quer durch Europa. Als Star gastierte er beim Schweizer National-Circus Knie, beim Circus Roncalli in Deutschland und beim Cirque du Soleil in Kanada. Hauenstein gewann zahlreiche Preise, wie der Kanton weiter in der Mitteilung schreibt. Er vertrat den Thurgau und die Schweiz mit seiner sprachunabhängigen Kunst an internationalen Grossanlässen wie der Expo in Sevilla 1992, der Expo.02 in der Schweiz, den Olympischen Spielen 2004 in Athen und der Expo in Saragossa 2008.

Der mit 20 000 Franken dotierte Thurgauer Kulturpreis wird am 15. November im Rahmen einer Feier in Amriswil durch Regierungsrätin Monika Knill übergeben. Mit dem Preis, der seit 1986 ausgerichtet wird, spricht der Regierungsrat seinen Dank und seine Anerkennung aus für ausserordentliche kulturelle Leistungen von Privaten und Institutionen, die das kulturelle Leben im Kanton in besonderer Weise bereichern. Die Kulturkommission des Kantons schlägt dem Regierungsrat eine Auswahl möglicher Preisträger vor. (red)