Ausgerechnet Bananen – aber fair

ALTNAU. Diese Woche stehen 2.-Klässler der Sekundarschule Altnau vor dem Volg und machen Werbung für Fairtrade-Bananen. Sie wollen per Unterschriftensammlung erreichen, dass auch Volg die Max-Havelaar-Bananen ins Sortiment nimmt.

Daniela Ebinger
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Beim Volg: Mercedes Gwinnett greift bei den Schülerinnen Isabella Sonn und Marit Bergenhenegovwen zu. (Bild: ebi)

Beim Volg: Mercedes Gwinnett greift bei den Schülerinnen Isabella Sonn und Marit Bergenhenegovwen zu. (Bild: ebi)

«Kennen sie Fairtrade-Bananen?», fragt die Sekundarschülerin Isabella Sonn freundlich eine Kundin vor dem Volg. In der Hand hält sie einen Teller mit einer aufgeschnittenen Max-Havelaar-Banane und bietet der Dame eine Kostprobe an. Die meisten Kunden kennen das Label. Doch im Volg Altnau gab es bis anhin noch keine Max-Havelaar-Bananen zu kaufen.

Wir essen 10 Kilogramm im Jahr

Die 2. Klasse der Sekundarschule hatte letzthin das Thema Fairtrade auf dem Lehrplan. Jetzt sage noch einer, Lernen sei staubtrocken: Die Schüler stehen diese Wochen jeden Tag aus eigenem Antrieb von 10 bis 12 Uhr vor dem Volg und machen Werbung für fair gehandelte Bananen. Zudem gibt's im Volg die ganze Woche Max-Havelaar-Bananen. «Unser Ziel ist es, dem Volg jeden Abend ein leeres Bananengestell zu präsentieren und den Umsatz von Chiquita-Bananen zu übertreffen», sagt die Hauswirtschaftslehrerin Bea Schüpbach. Zudem soll Volg via Unterschriften vom Kundeninteresse an Fairtrade-Bananen überzeugt werden. «Jeder Schweizer isst im Jahr 10 Kilo Bananen», sagt Schüpbach. Eine Max-Havelaar-Frucht sei im Schnitt fünf Rappen teurer als herkömmliche Bananen. «Wir lassen an Silvester unsinnig viel Geld in die Luft, und es tut uns auch nicht weh», sagt die Hauswirtschaftslehrerin. Doch die Filialleiterin Katharina Meili bleibt skeptisch. «Der Kunde ist bezüglich seines Portemonnaies kritisch, und Qualität spielt eine grosse Rolle», sagt die Filialleiterin. Man wolle frische Früchte. Die Banane sei eine heikle Frucht. Sie wird grün abgenommen, hat einen langen Transportweg und kommt in Europa in Reifungslager. Die Früchte sind temperatur- und druckempfindlich und werden schnell braun. «Es ist schwierig, sie lange schön zu präsentieren», sagt die Geschäftsleiterin.

Gelerntes macht Spass

«Eine Banane schmeckt gut und ist eine gesunde Frucht», sagt die Kundin Mercedes Gwinnett. Die Volg-Kundin Felizitas Högger meint, dies sei eine sinnvolle Schüler-Aktion. Sie kaufe nur Fairtrade-Bananen – bei anderen Grossverteilern. «Wenn der Volg diese einführt, kaufe ich sie sicher hier», sagt die Altnauerin und ist damit nicht alleine – schliesslich hätten die Menschen in fernen Ländern etwas davon, dies sei nur fair. Bereits in den ersten zwei Stunden sammelten die Schüler 90 Unterschriften. Nicht schlecht für den Anfang.

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