Ausgefeiert auf der Metzgerstrasse

FRAUENFELD. Letzten Sommer war die Metzgerstrasse zwischen «Dreiegg» und «Peggy O'Neill's» an teils Wochenendabenden nicht mehr befahrbar. Heuer präsentiert sich die Situation mit den Gästen der zwei Lokale bisher unproblematisch.

Mathias Frei
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Letzten Sommer hatte sich dieses Auto zwischen «Dreiegg» und «Peggy's» seinen Weg durch die Massen an Ausgängern pflügen müssen. (Bild: Chris Marty/frauenfeld-events.ch)

Letzten Sommer hatte sich dieses Auto zwischen «Dreiegg» und «Peggy's» seinen Weg durch die Massen an Ausgängern pflügen müssen. (Bild: Chris Marty/frauenfeld-events.ch)

«Ich erinnere mich an einen Abend letzten Sommer. Da hatte sogar der Streifenwagen der Polizei grösste Mühe, durchzukommen», erzählt Christian Tanner, Geschäftsführer der Irish-Bar Peggy O'Neill's an der Metzgerstrasse. 300 bis 400 Restaurantbesucher vom «Dreiegg» und vom «Peggy's» hätten sich an gewissen Freitag- oder Samstagabenden auf der Strasse zwischen den zwei Lokalen aufgehalten. Für Autos war an ein Durchkommen im sogenannten Bermudadreieck kaum mehr zu denken.

Metzgerstrasse lebt

«Für unsere Gäste ist es grad im Sommer eine tolle Sache, sich draussen aufhalten zu können. Hier an der Metzgerstrasse lebt's», sagt «Dreiegg»-Wirt Martin Eggmann. Auch er persönlich schätze dieses südländisch angehauchte Lebensgefühl, das auf Strassen und Platz stattfindet. «Aber ich bringe natürlich Verständnis dafür auf, dass die Anwohner die Situation weniger schätzten.»

Auf Initiative der Kantonspolizei gab es deshalb letzten Sommer einen Runden Tisch mit den zwei Gastronomen und der Stadt.

Gutes Einvernehmen der Wirte

«Dieser Sommer war bis jetzt unproblematisch», sagt Eggmann. Tanner ergänzt: «Aber wir haben auch Massnahmen eingeleitet.» Weil das Einvernehmen zwischen «Dreiegg» und «Peggy's» gut sei, könne man das Publikum gemeinsam steuern, erklärt Tanner. Seine Irish-Bar wurde vor einem guten Jahr eröffnet. «Damals wollte ganz Frauenfeld zu uns. Und auch das <Dreiegg> verfügt über ein grosses Publikum.»

Das «Peggy's» hat deshalb zwei Parkplätze vor dem Lokal geopfert, damit sich Gäste draussen, aber hinter Absperrgittern aufhalten können. Zudem sei auch das Raumklima im Lokal verbessert worden, so Tanner. Auf der anderen Seite werden die Aussensitzplätze des «Dreiegg» zu späterer Stunde nicht mehr bedient.

«Am sinnvollsten wäre eine bedarfsweise Sperrung der Metzgerstrasse», findet Martin Eggmann. Christian Tanner pflichtet ihm bei. «Wir bemühen uns redlich. Aber schlussendlich sind uns die Hände gebunden, weil wir Personen, welche sich auf öffentlichem Grund aufhalten, nicht wegschicken können», sagt «Peggy's»-Geschäftsführer Tanner.

Keine Fortsetzung dieses Jahr

Dass sich die Situation im Vergleich zum letzten Sommer erheblich verbessert hat, ist auch bei der Stadt Frauenfeld mit Wohlwollen aufgenommen worden. «Wir konnten feststellen, dass sich die Problematik dieses Jahr bisher nicht fortsetzt», erklärt der städtische Gastrosachbearbeiter Jost Kuoni.

Betreffend der Verkehrssicherheit und auch in Sachen Lärmemissionen seien gewisse Sommerabende 2011 absolut nicht tolerierbar gewesen. Gleichwohl hält Kuoni nichts von einer Strassensperrung. Damit schaffe man nur Präjudizien für andere Sperrungsbegehren. Zudem wäre eine verkehrsfreie Strasse nicht gerade förderlich zur Eindämmung von Lärm, so Kuoni. «Nutzungskonflikte zwischen Anwohnern und Restaurantgästen gibt es. Aber sie müssen sich in Grenzen halten.» Nicht zuletzt müsse es ja auch das Interesse der Gastronomen sein, dass eine Situation nicht eskaliere, sagt Kuoni.

Massnahmen haben gegriffen

«Dieses Jahr ist die Lage an der Metzgerstrasse unproblematisch», heisst es auch seitens der Kantonspolizei. Im Rahmen des Runden Tisches hätten sich die beteiligten Gastronomen kooperativ gezeigt, stellt Kapo-Informationschef Andy Theler fest. Man habe reagiert, und die Massnahmen hätten gegriffen.

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