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AUSGEBRANNT: Es kann jeden treffen

Unter dem Motto «Burn-out oder nur ferienreif» führte die TKB eine Präventionsveranstaltung durch. Damit wollen sie Arbeitgeber sensibilisieren und aufzeigen, wie sie ihre Angestellten unterstützen könnten.

«Sind sie heute Morgen voller ­Tatendrang aufgestanden oder wollten sie lieber liegen bleiben?», fragt Christian Schöttli von der Thurgauer Kantonalbank Mittelthurgau/See bei der Begrüssung das Publikum. Mit der Präventionsveranstaltung unter dem Motto «Burn-out oder nur ferienreif» will die Thurgauer Kantonalbank Arbeitgeber im Umgang mit schwierigen Personalsituationen unterstützen und sensibilisieren. Rund 90 Teilnehmende hörten den drei Fach­inputs mit anschliessender Gesprächsrunde von ärztlicher sowie rechtlicher Seite interessiert zu. Nach kurzem Einblick in die Entstehung der Psychiatrischen Dienste Thurgau meinte Gerhard Dammann, Direktor des Psychiatrischen Dienstes Thurgau: «Der Dialog hat sich heute geändert und das Schlimme ist nur der Name.» Rund sieben Jahre vergehen im Schnitt, bis sich Betroffene melden.

Körperliche Untersuche blieben unauffällig

Marko Hurst, Leitender Arzt der Psychiatrischen Dienste Thurgau, brauchte ein Fallbeispiel, das zum Nachdenken anregte. Ein Mann Mitte dreissig wurde mit Verunsicherung und Sorge in die Notfallaufnahme eingewiesen. Atemnot, Herzklopfen, Schwindel und Übelkeit plagten ihn sehr. Körperliche Untersuchungen blieben unauffällig. «Deshalb wurde ich zum Konsilium gerufen», sagt Hurst. Seine private sowie berufliche Situation zeigte sich zufriedenstellend. Beim genaueren Hinschauen zeigten sich seine Arbeitsstunden überdimensional hoch. Dies schien dem Patienten so wenig bewusst wie die Aussage, sein Arbeitsort sei überall. Denn ihm gefallen seine Arbeit sowie das Team. «Doch jetzt wie weiter», fragt Hurst in die Runde und übergab damit das Wort Bernhard Grimmer, Bereichsleiter der Psychiatrischen Dienste Thurgau.

Grimmer erklärt, was und wie es zu einer Stresserkrankung kommen kann und wo die Risiken sind. «Das Wort Burn-out hat in den vergangenen 15 Jahren eine steile Karriere hinter sich», sagt Grimmer und fragt in die Runde, wer nach Feierabend und in den Ferien geschäftlich erreichbar sei. Dreiviertel der Teilnehmenden hoben die Hand. «Bei diesen Personen ist das Risiko doppelt so hoch», meint er und weist darauf hin, dass aber nicht jeder Stress negativ sei.

Eigene Balance ist wichtig

Die Balance zwischen Einsatz und Zufriedenheit sei wichtig. Hurst zählt für die Führungspersonen Hinweise auf, wie sie ihre Mitarbeiter vor einem Burn-out schützen oder auf was für Symptome sie achten können. «Ansprechen, so früh wie möglich, und Erwartungen kommunizieren sowie Unterstützung beiziehen sind wichtig», sagt Marko Hurst. Auf rechtlicher Seite für Arbeitgeber und Arbeitnehmer brachte die Rechtsanwältin Caroline Kapfhamer ihre Sicht in das Ganze ein. Jeder Fall sei individuell zu beurteilen. «Burn-out ist keine Krankheit, sondern ein Prozess, der zur Krankheit führen kann», meint sie. Auch sie hält fest, eine gute Kommunikation, ein Miteinander und Hinschauen seien wichtig. Das war schlussendlich auch in der anschliessenden Gesprächsrunde das Fazit von allen Seiten.

Daniela Ebinger

thurgau@thurgauerzeitung.ch

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