Ausfälle nicht wegen Glasfasernetz

In Gachnang ist es in letzter Zeit immer wieder zu Unterbrüchen bei Internet oder Telefonie gekommen. Das hängt aber nicht mit dem Ausbau des Glasfasernetzes zusammen, wie Gemeinde und Leucom sagen.

Samuel Koch
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In Gachnang werden dünne Glasfasern mit hoher Leistung installiert. (Archivbild: Reto Martin)

In Gachnang werden dünne Glasfasern mit hoher Leistung installiert. (Archivbild: Reto Martin)

GACHNANG. Datenübertragung in Höchstgeschwindigkeit: Dieses Ziel hat sich auch die Gemeinde Gachnang bei Internet, Telefonie und Fernsehen gesetzt. Deshalb hat sie im Februar 2015 in Kooperation mit dem Frauenfelder Kabelnetzbetreiber Leucom einen Vertrag mit der Swisscom unterzeichnet. Dieser soll Gachnang flächendeckend mit einem Glasfasernetz ausstatten – Kostenpunkt: 7,5 Millionen Franken. «Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem Modell eine gute Lösung gefunden haben», sagte Gachnangs Gemeindepräsident Matthias Müller damals.

Unterbruch mitten im Gespräch

Zufrieden sind aber nicht alle, zumal seit Mitte 2015 die Installationsarbeiten der Leucom in Gang sind. «In den vergangenen Wochen sind mein Internet und Festnetz mehrmals ausgefallen», sagt ein verärgerter Gachnanger. Er arbeite von zu Hause aus und sei häufig mitten in Kundengesprächen unterbrochen worden. Bekannte in Islikon oder Strass hätten ihm von ähnlichen Problemen erzählt. Die Gemeinde Gachnang hat Kenntnis von den Ausfällen, wobei der zuständige Gemeinderat Karl Ringenbach betont: «Wir hatten Unterbrüche, diese haben aber nichts mit dem Ausbau der Glasfaser zu tun.» Vielmehr bestehe ein Zusammenhang mit dem Unterhalt des bisherigen, langsameren Koaxial-Netzes, das die Gemeinde betreibt, und das die Leucom speist. Unglücklicherweise habe es exakt beim Fussball-EM-Spiel zwischen der Schweiz und Frankreich einen Ausfall eines Verstärkers gegeben.

Schrittweise zur Glasfaser

Stand heute sind in Gachnang rund ein Drittel der Haushalte mit Glasfaser ausgestattet. Der Rest erhält die Signale noch über das Koaxial-Netz, das Schritt für Schritt abgelöst werden soll.

Der Kabelnetzbetreiber und Signallieferant Leucom bestätigt ebenfalls, dass es diese Unterbrüche in letzter Zeit gegeben hat. Es handle sich aber um normale Netzausfälle im bisherigen Koax-Netz, wie es sie überall gebe, heisst es auf Anfrage. Mit dem schnelleren Glasfasernetz hätten die Pannen nichts zu tun. So komme es vor, dass Unterbrüche manchmal wetterabhängig seien. Kürzlich habe die grosse Hitze zu einem Ausfall der Dienstleistungen geführt, als ein Verstärker kaputtgegangen ist. Bei der Fussballspiel-Panne jedenfalls von etwa zweieinhalb Minuten Dauer sei das SRF-Signal unterbrochen gewesen – wovon wohl nicht nur die Leucom-Kunden betroffen gewesen seien.

Bis 2020 sollen alle Einwohner von Gachnang über das schnellere Glasfasernetz surfen, telefonieren oder Fernseher schauen. Bis dahin bleiben Pannen nicht ausgeschlossen. Immerhin: Der verärgerte Kunde hat sich bei Leucom beschwert und als Wiedergutmachung einen Monat lang keine Gebühren bezahlt.