Aus Horgen wird Frauenfeld 1

FRAUENFELD. Ab heute morgen ist das Postprovisorium am Marktplatz offen. Der Umzug aus der Frauenfelder Hauptpost dauerte bis Samstagabend. Im Elementbau ist die kommenden zweieinhalb Jahre die Poststelle Frauenfeld 1 daheim.

Mathias Frei
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Im Endspurt: Poststellen-Gebietsleiter Daniel Dema und Agnes Koch, Leiterin von Frauenfeld 1, befestigen die Eingangstafel am Provisorium. (Bild: Andrea Stalder)

Im Endspurt: Poststellen-Gebietsleiter Daniel Dema und Agnes Koch, Leiterin von Frauenfeld 1, befestigen die Eingangstafel am Provisorium. (Bild: Andrea Stalder)

Gestern hatten alle Mitarbeiter von Agnes Koch frei. Und heute morgen um 7.30 Uhr öffnen sich für Postkunden erstmals die Türen am neuen Standort. «Der Umzug hat bis Samstagabend gedauert», sagt die Poststellenleiterin von Frauenfeld 1. Vergangenen Mittwoch wurde in der Hauptpost erstes Material verpackt, die Züglete ins Postprovisorium am Marktplatz startete am Donnerstag.

In zweieinhalb Jahren ist die Rückkehr in die dann umgebaute Hauptpost an der Rheinstrasse geplant. Und noch bevor der erste Kunde im Provisorium bedient ist, schwärmt Agnes Koch schon vom Elementbau am Marktplatz. «Die Räume sind hell und freundlich», meint die Poststellenleiterin. Alles sei viel kompakter, deshalb müsse man sich gut organisieren. «Das gefällt mir.» Sie ist sich sicher: «Wenn es dann so weit ist, werden wir das Provisorium mit ein wenig Wehmut verlassen.»

Talbach hat einen Schalter mehr

Der Elementbau war im September innert nur zweier Wochen aufgestellt worden. Zuvor kam dieses Provisorium ebenfalls wegen eines Poststellenumbaus in Horgen am Zürichsee zum Einsatz.

«Dass es einen Ersatz für die Hauptpost braucht, war von Anfang an klar», sagt Daniel Dema. Er leitet das Poststellengebiet Weinfelden, zu dem auch die drei Frauenfelder Poststellen gehören. Ohne Provisorium würden die Kapazitäten der Poststellen Kurzdorf und Talbach gesprengt, erklärt Dema. Deshalb gab es auch keine Änderungen bei der Anzahl Mitarbeiter. Im Provisorium sind 15 Personen beschäftigt, davon drei Lernende. Ein Frauenfeld-1-Mitarbeiter wird jeweils ins Talbach delegiert. Denn dort ist während der Provisoriumszeit ein dritter Schalter offen. Im Kurzdorf ist kein weiterer Kapazitätsausbau möglich. Es bleibt bei zwei Schaltern. Das Provisorium verfügt über fünf Schalter, einen weniger als noch auf der alten Hauptpost. Dafür ist neu alles rollstuhlgängig. Der Aussen-Postomat ist auf Rollstuhl-Höhe, zudem gibt es ebenfalls einen speziellen, etwas niedrigeren Postschalter. Keine Veränderungen gibt es bei der Sortimentsauswahl des Post-Shops.

Schnelle Mitarbeiter ohne Glas

Poststellenleiterin Koch rechnet mit ähnlichen Kundenzahlen wie bisher, also mit 650 bis über 1000 Kundenkontakten täglich. «Unser Ziel ist es, innert sieben Minuten 95 Prozent der Kunden bedient zu haben. Wir in Frauenfeld sind sogar noch schneller.» Und neu werden die Kontakte am Schalter noch eine Spur persönlicher. Denn es gibt keine trennenden Glasscheiben mehr, die hoch- und runtergefahren werden. Daran soll auch später in der umgebauten Hauptpost nichts ändern. Ebenfalls alles beim Alten bleibt es für die Postfach-Benutzer. Über 600 Postfächer in verschiedenen Grössen stehen an einem kleineren Container zur Verfügung.

Provisorisch und sicher

In den frühen 1980er-Jahren war Frauenfeld 1 schon einmal am Marktplatz domiziliert, damals im Burstelpark und nicht auf dem Parkplatz. Im November 1982 sorgte ein Postüberfall auf das damalige Provisorium für Aufsehen. Die Täterschaft konnte bis heute nicht gefasst werden. «Die Sicherheitsvorkehrungen beim heutigen Provisorium sind sehr hoch, um ein Vielfaches höher als vor 30 Jahren», sagt Gebietsleiter Daniel Dema.