Aus der Schieflage gerettet

Die Stiftung Greuterhof schaut hoffnungsvoller in die Zukunft als auch schon. Wesentlich am erfolgreichen Turnaround beteiligt war Stiftungspräsident Jörg Müller, der am Mittwoch mit viel Lob verabschiedet wurde.

Evi Biedermann
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Ehrenpräsident Jörg Müller bekommt eine Urkunde; rechts Andreas Jäger, sein Nachfolger als Präsident der Stiftung Greuterhof. (Bild: pd)

Ehrenpräsident Jörg Müller bekommt eine Urkunde; rechts Andreas Jäger, sein Nachfolger als Präsident der Stiftung Greuterhof. (Bild: pd)

ISLIKON. Der Greuterhof als ewige Baustelle, als geldverschlingender Gebäudekomplex, als Schuldenberg. So und ähnlich lauteten bis vor kurzem die Schlagzeilen über die historische Liegenschaft in Islikon. Gebaut wird zwar noch immer auf dem Areal der einstigen Färberei aus dem 18. Jahrhundert, doch für die Zukunft stehen die Ampeln auf Grün. «Dem Greuterhof geht es gut», sagte der neue Stiftungspräsident Andreas Jäger am Mittwoch mit sichtlicher Freude. Bis Ende Jahr soll die letzte Baustelle verschwinden und die Scheune als Seminarhotel mit 35 Zimmern und einer Suite dastehen. Die Scheune hatte die Stiftung letztes Jahr dem Investor Michael Brandenberger verkauft, was wesentlich für die Sanierung der Finanzen war.

Ein gutes Team und auch Glück

Im Zentrum des Abends standen jedoch nicht die Geschäfte, sondern Jägers Vorgänger, Jörg Müller, der feierlich verabschiedet wurde. Müller hatte während seiner fünfjährigen Amtszeit als Stiftungspräsident die Geschäfte wesentlich beeinflusst. Zum Guten, wie Jäger mehrmals sagte. Es habe viel Courage gebraucht, um 2009 das serbelnde Konstrukt zu übernehmen. «Der schiefe Turm von Pisa war Peanuts gegen die Finanzen im Greuterhof.» Zur Seite gestanden seien Müller auch ein gutes Team und Glück.

Es gab viel Lob für Jörg Müller an diesem Abend, der von der Innerrhoderin Karin Streule (Gesang/Akkordeon) und Mirco Häberli (Bass) mit urchigem Folk umrahmt wurde. Monika Knill überbrachte Grüsse des Thurgauer Regierungsrates und bezeichnete Müller als Mann, der keine halben Sachen mache. «Ohne ihn und seine Überzeugung wären wir heute nicht dort, wo wir sind.»

Nach dem Lob die Ehrung

Um den scheidenden Präsidenten nicht ganz aus dem Boot zu verlieren, wurde er vom Stiftungsrat zum Ehrenpräsidenten ernannt, mit dem Zusatz «ohne Pflichten», wie Andreas Jäger schmunzelnd betonte. Als Abschiedsgeschenk erhielt Müller eine Bilderserie des Thurgauer Fotografen Hans Baumgartner. Der Geehrte zeigte sich erfreut und gerührt ob so viel Lobs. Ihm habe die Aufgabe stets Spass gemacht, sagte Jörg Müller, für den Erfolg brauche es nicht nur Können, sondern auch ein gutes Team und hie und da Glück. Einer seiner persönlichen Glücksmomente ist das alte Wasserrad in der Remise, «die Seele des Greuterhofs», das dank seiner Initiative wieder installiert wurde. «Ich scheide mit frohem Herzen», bekannte der 75-Jährige am Ende seines Rückblicks.