Aus dem Konzert in den Videoclip

Die junge Popband Powerfreaks dreht heute Nachmittag ihr zweites Musikvideo auf der alten Holzbrücke über die Thur. Spontane Statisten sind daher am Brückenfest herzlich willkommen.

Mathias Frei
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In charmantem Ambiente und mit viel Holz: ein Bild vom letzten Brückenfest. (Bild: pd/Stefan Krucker (September 2014))

In charmantem Ambiente und mit viel Holz: ein Bild vom letzten Brückenfest. (Bild: pd/Stefan Krucker (September 2014))

Sie haben Blut geleckt. Mit ihrem ersten Musikvideo «Powerfriendship» holte die junge Weinfelder Band Powerfreaks den Anerkennungspreis am letztjährigen Ostschweizer Kurzfilmwettbewerb. Nun steht heute der Dreh für den zweiten Videoclip des Sextetts an: «In My Life». Schauplatz dafür ist das Brückenfest auf der Thur-Holzbrücke bei Eschikofen. Den Auftakt zum überdachten Konzertfestival, das heute zum zweitenmal nach 2014 über die Brücke geht, macht die Filmszene einer Tanzparade, wie man sie aus dem amerikanischen New Orleans kennt.

Stefan Krucker Initiant des Eschikofer Brückenfests und Musiklehrer (Bild: PD)

Stefan Krucker Initiant des Eschikofer Brückenfests und Musiklehrer (Bild: PD)

Nebst den Powerfreaks, die eine Weinfelder Musikschulband sind, stehen auch Tänzerinnen und Tänzer derselben Institution vor der Kamera. Herzlich willkommen seien auch möglichst viele Statisten, die einfach nur dastehen oder auch tanzen, sagt Stefan Krucker. «Ob Volkstanzgruppe oder Breakdance-Crew: Wer um 15 Uhr vor Ort ist, kommt im Musikvideo vor.» Krucker ist seit 14 Jahren in Weinfelden Musiklehrer für Bands und Schlagzeuger sowie Initiant des Brückenfests. Die zweite Möglichkeit, im Powerfreaks-Video mitzuwirken, ergibt sich ab 17 Uhr. Dann wird auf der Brücke die Konzertszene gefilmt – und zwar von der Zürcher Kamerafrau Gabriela Betschart.

Für mehr Auftritte im echten Leben

«Ich merke, dass es mir grossen Spass macht, Bands zu unterrichten», sagt Krucker. «Es tut den jungen Musikern gut, im echten Leben aufzutreten», findet er – und rief vor zwei Jahren das Eschikofer Brückenfest ins Leben. Bei einem solchen Konzertauftritt würden die Bands auch Rückmeldungen bekommen von anderen Bands – nicht nur von Eltern und Musiklehrern. Zudem könnten sich die Bands an einem solchen Fest untereinander vernetzen und die Eltern sich kennenlernen.

Krucker kennt die überdachte Holzbrücke aus seiner eigenen Jugend. Mit seinen Freunden veranstaltete er hier schon früher Feste. «Es ist ein schöner Ort, wetterfest und lärmunempfindlich», zählt Krucker die Vorteile. Und es gebe sogar eine eigene Autobahnzufahrt, meint er schmunzelnd. Eine Festwirtschaft mit Grillstand darf natürlich nicht fehlen. Und zwischen den Konzerten, die um 18 Uhr starten, kann man sich am Töggelikasten versuchen.

Bands aus Kruckers Proberaum

Fünf der sechs Bands, die heute auftreten, sind bei Krucker im Unterricht (siehe Kasten). Die sechste Formation, Lionstreet, ist eine ehemalige Musikschulband. Die Musiker sind zwischen 10 und 16 Jahre alt. Stilistisch wird auf der Holzbrücke viel Pop zu hören sein – in den meisten Fällen Eigenkompositionen, aber auch ein paar Coversongs – dazu Rock und Punk.

Für Krucker steht beim Brückenfest im Vordergrund, dass «seine» Bands Spielfreude zeigen. «Es geht um den Spass und ist eine gute Möglichkeit, sich auf Wettbewerbe vorzubereiten», sagt er. Krucker ist denn auch mehr Coach als Lehrer. Er lässt den Musikschülern viel Freiheit. «Mit so viel Eigenverantwortung umgehen zu können, braucht seine Zeit. Aber wenn es dann läuft, kann es sehr förderlich sein für die Kreativität», ist er überzeugt. Das zahlt sich bei der Organisation des Brückenfests aus. Licht- und Tontechnik machen ehemalige Schüler und andere Jugendliche, welche dafür Kurse besuchen an der Musikschule. Er lässt sie machen, und es funktioniert. Hinter der Bar stehen Eltern der Schüler. Auch befreundete Lehrerkolleginnen und -kollegen der Musikschule helfen mit. Insgesamt rund 50 Helfer sind heute am Brückenfest dabei.